Eine leere Innenstadt während eines Corona-Lockdowns. © NDR Foto: Christoph Klipp

"Brücken-Lockdown": Hoffnungszeichen für eine bessere Zukunft

Sendedatum: 09.04.2021 19:05 Uhr

Über Ostern hat sich der neue CDU-Chef Armin Laschet einen neuen Corona-Begriff überlegt: "Brücken-Lockdown". Wie dieser aussehen soll, ist allerdings noch unklar.

von Pastor Matthias Viertel

Nun haben wir einen neuen Begriff im Corona-Wörterbuch: "Brücken-Lockdown". Über Ostern ist das Wort dem Ministerpräsidenten Armin Laschet eingefallen. Es soll den so geplagten Menschen eine Perspektive geben. Einen Aufbruch vermitteln, so wie das Osterfest für einen Neuanfang steht, ja für die Auferstehung zu einem neuen Leben. 

Das Wort Brücke bietet sich an, weil es einen guten Klang hat. Schließlich ist jedem klar: Man betritt Brücken, um ans andere Ufer zu kommen. Sie haben immer ein Ziel, überwinden das, was getrennt war, sind Hoffnungszeichen für eine bessere Zukunft.

Osterbotschaft ist wie eine Brücke zwischen Tod und Leben

Dass dem Politiker die Idee zum "Brücken-Lockdown" ausgerechnet in den Ostertagen kam, ist wohl kein Zufall. Zwar kommt der Begriff der Brücke in der Bibel gar nicht vor, aber trotzdem wurde der christliche Glaube schon immer so verstanden: als Verbindung zwischen Himmel und Erde. Der gelebte Glaube soll uns helfen, die Kluft der Ängste zu überwinden. Die Osterbotschaft ist wie eine Brücke zwischen Tod und Leben. Auf ihr versammeln sich die sterblichen Menschen unter dem Zeichen des Göttlichen. Nicht wenige Brücken haben ja auch die Form eines Regenbogens.

Die DDR-Band Karat wurde einst durch den Song "Über sieben Brücken musst du gehen" berühmt. Warum es ausgerechnet sieben sein sollen, erklärt sich theologisch: Im Schöpfungsmythos hat Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen. Seitdem gilt diese Zahl als Symbol der Vollendung. In dem Refrain des Songs heißt es allerdings "Über sieben Brücken musst du gehen, sieben dunkle Jahre überstehen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 09.04.2021 | 19:05 Uhr

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