Sendedatum: 14.10.2019 06:20 Uhr

Brautmode im Wandel der Zeit

von Matthias Bernstorf
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Die meisten Brautkleider sind heutzutage weiß.

Ein altes Sprichwort sagt: "Bürgermeister und Pastoren sind wie Salzsäure, die fressen sich überall durch!" Weil sie oft zu Familienfeiern eingeladen werden. Zum Beispiel zur goldenen Hochzeit, zur diamantenen Hochzeit oder sogar zur eisernen Hochzeit. Das sind dann 65 Jahre, die ein Paar verheiratet ist. Da gibt's dann immer was Leckeres zu futtern. Und: spannende Geschichten zu hören.

Heiraten in Schwarz praktisch

Zum Beispiel vom Ehepaar Günther. Die haben ihre eiserne Hochzeit ganz groß gefeiert. "Weil wir früher gar kein Geld dazu hatten", erzählt Frau Günther. Zur eisernen Hochzeit hatte sie extra ein schwarzes Kleid angezogen. Und erzählt, "früher wurde ja immer in schwarz geheiratet." "Weil es damals strenger zuging?", fragt der junge Bürgermeister. "Nee, weil's praktischer war", erklärt die Jubilarin, "schwarz konnte man ja nochmal zur Beerdigung anziehen!" Und dann lachen alle.

Gnadenhochzeit - ein Geschenk Gottes

"Aber den Schleier", sagt die gebürtige Berlinerin, "den hab' ick ma schon damals in Weiß ausjesucht. Dit war janz modern!" Ihre Gnadenhochzeit hat sie übrigens auch noch gefeiert, 70 Jahre verheiratet. Gnade heißt "Geschenk Gottes". Und wahrscheinlich ist beides ein Geschenk: fröhlich alt zu werden, das ist das eine. Aber jemanden zu lieben und geliebt zu werden - auch das ist ein göttliches Geschenk. Und das tut gut in jedem Augenblick. Je länger, je lieber.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Morgenandacht | 14.10.2019 | 06:20 Uhr

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