Stand: 14.09.2018 11:23 Uhr

NDR Info im Dialog

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Fehler passieren - das ist nicht schön, sondern unangenehm und ärgerlich. Aber wo Menschen arbeiten, wo viele unterschiedliche Informationen verarbeitet werden und manchmal auch die Zeit drängt, da bleiben Fehler leider nicht aus. Auch nicht bei NDR Info.

Wir haben uns entschieden, offen damit umzugehen. Falsche und irreführende Informationen, Ungenauigkeiten und sprachliche Unzulänglichkeiten werden in der Rubrik "NDR Info im Dialog" benannt beziehungsweise richtig gestellt - in unserem Programm immer am Freitag um 9.40 und 11.40 Uhr sowie online in diesem Blog und auf unserer Facebook-Seite sowie bei Twitter. Dabei wollen wir auch auf die Kritik unserer Hörerinnen und Hörer eingehen. Was hat Ihnen gefallen - was nicht? Kam ein Ereignis zu kurz in unserem Programm? Welches Thema war für Sie das wichtigste der Woche - und was denken Sie darüber?

NDR Info ist es wichtig, möglichst das ganze Bild zu einem Thema oder einer politischen Diskussion abzubilden. Kurz: Der Dialog mit Ihnen ist uns wichtig! Schreiben Sie uns gerne per Mail - ein entsprechendes Formular finden Sie hier.


14.09.2018

Debatte um Echtheit eines Online-Videos

Ein im Internet veröffentlichtes Video wurde von vielen Medien, aber auch Politikern, unter anderem als Beleg dafür angeführt, dass es in Chemnitz infolge des gewaltsamen Todes eines Deutschen zu Hetzjagden auf Ausländer gekommen sein soll - auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte davon gesprochen. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hatte dann zunächst die Echtheit des Videos in einem Interview angezweifelt und die Vermutung geäußert, es habe sich um eine gezielte Falschinformation gehandelt. Maaßen musste viel Kritik einstecken, weil er keine Beweise für seine Behauptung angeführt hatte. Später hat er die Äußerung erläutert und bedauert, dass diese in der Öffentlichkeit offenbar, anders als von ihm erwartet, aufgenommen worden sei.

Bilder und Videos aus sozialen Netzwerken als eine Quelle

Viele Hörerinnen und Hörer haben diese Frage kontrovers diskutiert. Einer von ihnen warf uns etwa vor, "völlig ungeprüft Videos und Behauptungen über angebliche Hetzjagden zu verbreiten". Tatsächlich wägen wir unsere Berichterstattung grundsätzlich mit Bedacht und prüfen gründlich, bevor wir berichten. Richtig ist: Die Prüfung, ob ein solches Video echt ist, stellt uns Journalisten vor Herausforderungen. Viele Redaktionen beschäftigen Spezialisten, die unter anderem solches Material auf Echtheit überprüfen, wie die Faktenfinder der ARD. Auf deren Recherchen können wir bei NDR Info auch zurückgreifen. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich dieses Video angeschaut und kamen zu dem Schluss, dass alles für die Echtheit spricht. Zu einem ähnlichen Schluss sind übrigens auch andere Medien gekommen, so zum Beispiel die "Süddeutsche Zeitung".

Welche Kriterien entscheiden über Authentizität des Materials?

Kriterien, um die Echtheit eines solchen Videos zu prüfen, gibt es viele - zum Beispiel der Ort, also die gezeigte Straße, die Bebauung im Hintergrund, die Tageszeit oder auch die Wetterverhältnisse, die im aktuellen Fall mit denen von anderen Videos oder Zeugenaussagen übereinstimmten. Unter anderem aufgrund dieser Faktoren bestand auch aus unserer Sicht kein Zweifel, dass sich die Szene zu dem Zeitpunkt an dem Ort abgespielt hat. Aber richtig ist natürlich auch, dass dieses Video alleine nicht den Rückschluss zulässt, dass es solche Übergriffe in Chemnitz massenhaft gegeben hat. Das haben wir in unserem Programm aber auch immer wieder betont. Die Opferberatungsstelle Sachsen teilte mit, nach ihren Kenntnissen seien am 26. August fünf Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe körperlich angegriffen worden. Auch die Generalstaatsanwaltschaft Dresden bearbeitet derzeit zahlreiche Verfahren im Zusammenhang mit den Demonstrationen.

War der Begriff "Hetzjagd" angemessen?

Da kann man selbstverständlich auch unterschiedlicher Ansicht sein. Der Begriff "Hetzjagd" ist ja kein juristischer Begriff. Schaut man in den Duden, wird er dort abwertend für das Verfolgen oder Jagen von Menschen benutzt. Es gibt hier einen weiten Interpretationsraum. Wahrscheinlich auch deshalb gab es unterschiedliche Lesarten: Kanzlerin Merkel sprach von "Hetzjagd", Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nicht. Und so haben auch wir auf NDR Info in dieser Frage unterschiedliche Meinungen zu Wort kommen lassen und diese Frage in unseren Berichten und Gesprächen mit Korrespondenten und Experten immer wieder diskutiert.

Ein Mann hat ein Smartphone in der Hand und hört NDR Info über die NDR Radio App. © Screenshot

NDR Info im Dialog

NDR Info - Aktuell -

In der Rubrik "NDR Info im Dialog" beschäftigen wir uns mit Hörer-Anmerkungen, Fragen und Kritik zum Programm. Dieses Mal geht es um die Debatte nach den Ereignissen in Chemnitz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 14.09.2018 | 09:38 Uhr

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