Zwischen Hamburg und Haiti

Sumba - Indonesiens raue Schönheit

Sonntag, 09. September 2018, 07:30 bis 08:00 Uhr, NDR Info

Pferde sind ein wichtiger Teil von Sumbas Kultur - hier reitet ein Junge in den Sonnenuntergang © NDR Fotograf: Philipp Abresch

Sumba - Indonesiens raue Schönheit

NDR Info - Zwischen Hamburg und Haiti -

Die indonesische Insel Sumba ist arm, unberührt und sehr speziell: Viele Menschen glauben an Geister, feiern archaische Feste und öffnen sich nur langsam dem Tourismus.

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Eine Sendung von Lena Bodewein, ARD-Studio Südostasien,

Bali kennt wohl jeder Indonesien-Tourist. Sumba kennt kaum jemand. Dabei ist Sumba etwa doppelt so groß, wie das Traumreise-Ziel im Indischen Ozean und nur etwa eine Flugstunde von Bali entfernt. Doch auf Sumba leben viel weniger Menschen, die Insel ist sehr arm und - noch - voller unberührter Natur.

Unberührte Natur und Geisterglaube in Indonesien

Erste Europäer seit 1522 vor Ort

1522 erreichten die Portugiesen als erste Europäer die Insel - Niederländer und Briten folgten - seit Ende des Zweiten Weltkriegs gehört Sumba zu Indonesien. Die Europäer missionierten - und oberflächlich hatten sie einen gewissen Erfolg - doch tatsächlich ist Sumba das Reich der Marapu - der Naturgeister. Schon die Architektur zollt ihnen Tribut. Große Hütten mit Wänden aus Palmgeflecht und Dächern aus Stroh bieten - im Untergeschoss - Schweinen und Hühnern Schutz, in der Mitte wohnen die Menschen und in einem Turm, der das Haus in der Mitte möglichst weit überragt, wohnen die Geister. Dem Himmel möglichst nah.

Eines der Hauptexportartikel ist Sandelholz

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Zum Erntedankfest ist eines der archaischen Rituale die Pasola: Faustkampf und Reitturnier zwischen den Dörfern. Es muss Blut geben, denn nur, wenn sich bei der Pasola der Boden rot färbt, wird die Ernte gut. Immer dabei: die typischen Ponys von Sumba - Sandelholz-Ponys werden sie genannt. Weil Sandelholz einst Hauptexportartikel der Insel war. Weil Ponys - und Ochsen - auch bei Trauerfeiern große Rollen spielen; verschenkt oder geschlachtet werden; ist es auf Sumba extrem teuer, Familienmitglieder zu bestatten. Das führt dazu, dass von einem Paar einbalsamiert wird, wer zuerst stirbt und, auf einem Stuhl sitzend, weiter Mitglied der Familie bleibt; sogar bei den täglichen Mahlzeiten berücksichtigt wird. Allerdings nicht bei den Mahlzeiten, die in der Sumba Hospitality School entstehen.

Dort lernen knapp 50 junge Leute das Hotelfach und Kochen mit heimischen Produkten. Die Initiative einer Belgierin gibt Hoffnung für viele der Schülerinnen und Schüler, Sumbas Kreislauf von schlechter Ausbildung und großer Armut zu entgehen - auf einer Insel, deren Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist.

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