Zeitzeichen

Im Jahr 1888

Freitag, 15. Juni 2018, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Das Drei-Kaiser-Jahr in Deutschland
Ein Beitrag von Christiane Kopka (WDR)

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Reichskanzler Otto von Bismarck (links) und Kaiser Wilhelm II. bei einem Treffen in Friedrichsruh bei Hamburg im Oktober 1888.

Das Jahr 1888 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte: Zunächst regierte noch der greise Kaiser Wilhelm I., der seinem Kanzler Bismarck weitgehend freie Hand ließ. Viele Liberale hofften seit Jahren darauf, dass sich die reaktionären Verhältnisse im Deutschen Reich durch Wilhelms Sohn Friedrich ändern würden. Doch als der fast 91-Jährige im März 1888 starb, war sein Nachfolger bereits unheilbar an Kehlkopfkrebs erkrankt.

Der neue Kaiser konnte schon nicht mehr sprechen und musste seine Anordnungen auf Zettel kritzeln. Nach nur 99 Tagen verlor der unglückliche Friedrich den Kampf gegen den Krebs und sein erst 29-jähriger Sohn Wilhelm folgte ihm auf den Thron. Ein junger Mann, der seine Minderwertigkeitskomplexe durch Kraftmeierei und Großmäuligkeit zu überdecken versuchte. Während sein Vater trotz politischer Meinungsverschiedenheiten an Bismarck festgehalten hatte, jagte der ehrgeizige junge "Brausekopf" den alten Kanzler schon bald aus dem Amt, um allein zu regieren: "Zu Großem sind wir noch bestimmt, und herrlichen Tagen führe ich Euch entgegen."

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