Zeitzeichen

21. Juli 1858

Samstag, 21. Juli 2018, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Der Geburtstag des Malers Lovis Corinth
Ein Beitrag von Ulrike Gondorf (WDR)

Er ist der Kraftmensch unter den deutschen Malern. Seine Figuren und immer wieder auch sich selbst setzt er wuchtig und schwer ins Bild, er liebt starke Farben und bringt sie mit breitem Pinsel und großer Geste auf die Leinwand. Lovis Corinth, am 21. Juli 1858 als Sohn eines Landwirts in Ostpreußen geboren, hat sich mit Mühe in seinen Malerberuf hineingekämpft und ist dann um 1900 herum in Berlin zu einer zentralen Figur des deutschen Kunstlebens aufgestiegen.

Biblische und mythologische Szenen, mit der Dramatik und Sinnlichkeit eines Rubens erfasst und in der modernen Farbkunst des Impressionismus ausgeführt, sind bei Sammlern gefragt und hängen schon bald in deutschen Museen. Corinth wird immer kühner und wagt sich weiter hinein in die extreme Ausdruckskunst, die die jüngere Malergeneration der Expressionisten entwickelt, ohne Angst vor Schmerz, Verzerrung und Hässlichkeit. Nach 1937 teilen seine Bilder dann das Schicksal der Moderne in Deutschland: Die Werke von Lovis Corinth, der immer national-konservativ gedacht hat, gelten als "entartete Kunst".