Zeitzeichen

17. Juni 1818

Sonntag, 17. Juni 2018, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Der Geburtstag des französischen Komponisten Charles Gounod
Ein Beitrag von Christoph Vratz (WDR)

Die größte Popularität brachte ihm eine einzige Stimme ein, die er bestehendem Material hinzufügte: Als Charles Gounod sich eine neue Melodie zu einem der Klavier-Präludien von Johann Sebastian Bach ausdachte, konnte er wohl nicht ahnen, dass er gerade einen Welthit komponiert hatte - ein rührseliges Erfolgsstück, das Gounods Ruf nicht immer günstig beeinflusst hat.

Gounod war ein Meister im Erfinden eingängiger Melodien. Daher gilt er bis heute vor allem als Opernkomponist, insbesondere dank seiner Goethe-Adaption des "Faust". Geboren 1818 als Sohn eines Malers, wurde Gounod zunächst von seiner Mutter am Klavier ausgebildet; er studierte in Paris und gewann 1839 den begehrten "Prix de Rome". Der tief gläubige Gounod arbeitete lange Zeit als Organist, gilt heute aber als Hauptvertreter der "Opéra lyrique". Einer der Schwerpunkte seines Schaffens war die geistliche Musik, die jedoch bis heute im Schatten einiger seiner Opern steht - und natürlich im Schatten des "Ave Maria" über das Präludium von Bach...