Zeitzeichen

19. August 1753

Sonntag, 19. August 2018, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Der Todestag des deutschen Baumeisters Balthasar Neumann
Ein Beitrag von Jutta Duhm-Heitzmann (WDR)

Vielleicht war Balthasar Neumann ja ein Genie. Seinen Erfolg aber hatte er vor allem seiner Zielstrebigkeit zu verdanken - ohne die wäre er wohl nicht der große und gefeierte Baumeister des Barock geworden, dessen Tod am 19. August 1753 viele seiner Auftraggeber beklagten.

Er hatte sich systematisch ausgebildet: Erst beim Militär als Ingenieur und Experte für Festungsbau. Als sich dann sein Hauptinteresse auf die Architektur verlagerte, reiste er zu den größten Baumeistern seiner Zeit in Wien, Mailand und Paris, um von ihnen zu lernen. Gestalterische Fantasie und technisches Können kamen zusammen, als er um 1720 sein erstes spektakuläres Meisterwerk anging: den Neubau der Würzburger Residenz mit ihrem weit ausschwingenden, großzügigen Treppenhaus - eine Perle der barocken Architektur und heute Weltkulturerbe. Sein Auftraggeber, der Würzburger Fürstbischof, gehörte der weitverzweigten Familie der Grafen von Schönborn an, die neben dem Würzburger auch noch andere Bistümer besetzt hatte. Und da alle vom "Bauwurm" besessen waren, holten sie den genialen Architekten auch nach Bamberg, Speyer, Konstanz, Trier und Köln. Als Balthasar Neumann mit 66 Jahren in Würzburg starb, hatte er mit seinen vielen großartigen Bauten und Entwürfen halb Süddeutschland seinen baumeisterlichen Stempel aufgedrückt.