Stand: 24.03.2018 00:00 Uhr

Yo-La-Tengo-Songs wirken wie Beruhigungsmittel

There's A Riot Going On
von Yo La Tengo
Vorgestellt von Ruben Jonas Schnell, NDR Info Nachtclub & Nightlounge
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Das Album "There's A Riot Going On" ist beim Label Matador erschienen.

"Yo La Tengo!" ("Ich hab ihn!") rufen mexikanische Baseballspieler, damit ihre Mitspieler wissen, dass sie den Ball fangen. Ira Kaplan ist großer Baseball-Fan. Vor mehr als 30 Jahren hat er die Band Yo La Tengo mit seiner Ehefrau, der Schlagzeugerin Georgia Hubley, gegründet.

Seit den frühen 90ern ist Bassist James McNew das dritte feste Mitglied der Gruppe aus dem kleinen Städtchen Hoboken in New Jersey, von wo man über den Hudson River auf Manhattan blickt, auf eine Welt in Aufruhr, wie Yo La Tengo meinen: "There's A Riot Going On" heißt die neue, bereits 15. Platte der Band, deren Titel ein berühmtes Funk-Album aus den frühen 70er-Jahren zitiert: "There's A Riot Going On" von Sly & the Family Stone.

Der Wirklichkeit musikalisch entfliehen

Musikalisch gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Yo La Tengo sind nicht funky, sondern machen ruhigen, meditativen Indie-Rock, der sich bei Folk und Krautrock bedient. Aber so wie Sly Stone mit seinem psychedelischen Funk den unruhigen politischen Verhältnissen der frühen 70er-Jahre begegnete, als der Vietnam-Krieg noch in vollem Gange war und das Land durch Korruption und Rassismus zerrüttet war, versuchen auch Yo La Tengo der Wirklichkeit musikalisch zu entfliehen. Ihr "There's A Riot Going On" klingt nicht wie ein Soundtrack für den Aufruhr (riot), sondern zart und verträumt, lediglich die Texte wirken pessimistisch.

Yo La Tengo sind im Digital-Zeitalter angekommen

Aufgenommen wurden die 15 Stücke im Band-eigenen Studio, angeblich ohne vorher zu proben. Anschließend wurden die langen Studio-Improvisationen auf normale Song-Länge gekürzt. Der Gesang von Hubley, Kaplan und McNew wirkt oft, als wollten die drei ihre Stimmen hinter dem Klang der Instrumente verstecken.

"There's A Riot Going On" ist das erste Album, das Yo La Tengo nicht mit analogem Equipment aufgenommen haben, sondern digital, sodass die Studio-Sessions nachträglich gesäubert und ergänzt werden konnten. Die Band hat selbst produziert und die Stücke anschließend durch John McEntire von der befreundeten Band Tortoise abmischen lassen. Loops und schwebende Töne dominieren die Songs, die wie ein Beruhigungsmittel fungieren für sämtliche "Riots", die uns umgeben.

Yo La Tengo auf Tour

Im Mai kommen Yo La Tengo für drei Konzerte nach Deutschland:

7. Mai Berlin, Heimathafen
8. Mai Köln, Gloria Theater
9. Mai München, Kammerspiele

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There's A Riot Going On

Genre:
Indie/Alternative
Label:
Matador
Veröffentlichungsdatum:
16. März 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachtclub | 19.03.2018 | 23:05 Uhr