Stand: 27.02.2018 13:55 Uhr

Sam Vance-Law taucht ein in die Popmusik-Welt

Homotopia
von Sam Vance-Law
Vorgestellt von Ralf Dorschel, NDR Info Nachtclub & Nightlounge
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Das Album "Homotopia" von Sam Vance-Law ist beim Label Caroline/Universal erschienen.

Ist ja alles gar nicht so einfach, also, die Popmusik. Denn mit der eigenen Homosexualität hat Sam Vance-Law nun wirklich keine Probleme - die besingt er auf seinem Debüt "Homotopia" in wechselnden Rollen und aus wechselnden Perspektiven. Voller Lust, voller Humor, auch voller Tiefgang, wenn's mal sein muss - ein Lied-Spektrum vom "Pretty Boy" bis zur "Faggot".

Aber Popmusik haben im Hause Vance-Law nur die Erwachsenen gehört, die Eltern. Die mochten die Talking Heads und Annie Lennox. Das war alles nichts für den heranwachsenden Sam. Der junge Kanadier griff zur Geige, hörte Klassik, spielte sie, und sang sie nach einem Umzug nach England als Mitglied des New College Knabenchors aus Oxford.

Berührungsängste zur Pop-Welt inklusive: Was die Freunde auf Partys hörten, was auf der Bühne bei einem Indie-Festival lief, auf das sie Sam mitschleiften (TV on the Radio, Animal Collective, Bon Iver), das war alles Neuland.

Kleines Meisterwerk mit Wumms

Später zog Vance-Law nach Berlin, spielte dort seine Geige als Live-Musiker, schrieb Lieder zwischen Kammermusik, Couplet und Brit-Pop - und er begegnete Konstantin Gropper von Get Well Soon. Der befand, dass man solche Lieder auch gebührend aufblasen muss.

Mit Groppers Hilfe wurde aus "Homotopia" ein kleines Meisterwerk mit Wumms. Klänge irgendwo zwischen Rufus Wainwright, The Divine Comedy und natürlich Get Well Soon - und halt alles sehr schwul.

Vance-Law will "ein paar Aspekte ergänzen"

Dabei ist Vance-Law keine Drama-Queen: Eher unterkühlt berichtet der stets adrett auftretende Kanadier von schwulen Wegen und Irrwegen sowie amourösen Pleiten.

In Berlins gewaltiger Homo-Szene fehlen ihm die Zwischenwelten, sagt er: "Die queeren Filme, Bücher und Musik, die ich mag, kennen immer nur drei Formate: Es sind entweder Coming-of-Age, Stolz- oder Opfergeschichten. Wenn es mir da gelingt, ein paar Aspekte zu ergänzen, habe ich schon viel geschafft."

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Homotopia

Genre:
Pop
Label:
Caroline/Universal
Veröffentlichungsdatum:
2. März 2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachtclub | 26.02.2018 | 23:05 Uhr