Stand: 12.03.2016 20:15 Uhr

Trauer um Jens Sülzenfuß

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Jens Sülzenfuß während einer Reise in die Jazz-Metropole New York in den 90er Jahren.

Die NDR Jazzredaktion trauert um Jens Sülzenfuß. Wie jetzt erst bekannt wurde, ist der Jazz-Autor und Moderator Jens Sülzenfuß am 6. März in seinem Haus in Hamburg-Fuhlsbüttel tot aufgefunden worden. Er wurde 77 Jahre alt. Noch am Vorabend war seine Sendung "Swingtime - Buck Clayton, Clark Terry, Woody Herman" in der Reihe "Jazz Klassiker" auf NDR Info gelaufen.

Seit mehr als 30 Jahren prägte Jens Sülzenfuß mit seiner markanten Stimme, seinen humorvollen, pointierten Moderationen und seinem immensen Wissen die unterschiedlichsten Jazzprogramme des Norddeutschen Rundfunks. Unvergessen sind seine Sendereihen über Swing, Cool Jazz und Hardbop, die bei ihm zu ebenso profunden wie unterhaltsamen Streifzügen durch die lange und reiche Geschichte des Jazz gerieten. Gleich seine erste Reihe "Zeit für Bebop", die er im Januar 1983 startete, nahm mit 100 Folgen bemerkenswerte Ausmaße an.

Jens Sülzenfuß "Sound of Surprise"

Am Sonnabend, den 12.03.2016, um 20.15 Uhr hören Sie die Sendung Jazz Klassiker "Sound of Surprise" mit einigen Lieblingsaufnahmen von Jens Sülzenfuß.

In seinen Sendungen beeindruckte und begeisterte Jens Sülzenfuß mit seinen Kenntnissen über die stilistischen Strömungen im Jazz und über die Biografien der Musiker - von Stars wie Louis Armstrong bis zu weniger bekannten Künstlern wie dem von ihm verehrten Pianisten Al Haig - deren Leben und Schaffen er den Hörern immer auf eine sehr persönliche Weise nahe brachte.

Im Jazz war Jens Sülzenfuß zuhause. Dabei war er weder Jazzmusiker noch Jazzhistoriker. Sein Geld verdiente er lange Zeit in der Werbung. Dort erkannte man schon bald, dass er ein Mann mit vielen Talenten war. Er begann als Grafiker und stieg dann zum Texter um, denn mit Sprache konnte er besonders fantasievoll umgehen. Weil seine sonore Stimme auffiel, wurde er später auch für Hörfunk-Werbespots eingesetzt.

Von dort war der Weg nicht mehr weit zum NDR und zur Jazzredaktion, die schon bald von seinen Kenntnissen und von seiner riesigen Plattensammlung profitieren konnte. Vielleicht waren es 25.000 Vinylplatten und CDs - oder sogar mehr? Er hat sie nicht gezählt. Wozu auch? Auf die Anzahl kam es ihm nie an, nur auf den Inhalt.

Wir werden Jens Sülzenfuß vermissen - seine Stimme, sein Wissen und seinen Humor.

Die NDR Jazzredaktion

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Jazz | 12.03.2016 | 20:15 Uhr