Jazz Special

Jazz und Europa: Nils Petter Molvær

Freitag, 28. Juni 2019, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Felix Tenbaum

Nils Petter Molvær gehört zu den Lichtgestalten des Jazz in Norwegen. Spätestens seit seinem Album "Khmer", das 1997 beim Label ECM erschien, ist der Trompeter und Electronic-Jazz-Pionier auch hierzulande in der ersten Liga der Jazzmusiker angekommen.

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Nils Petter Molvær hat im April 2019 im Rolf-Liebermann-Studio gespielt.
Bastelfreude im eigenen Studio

Neugier und schier unendliche Offenheit gehören zu Molværs Grundsätzen, mit denen er an Musik herangeht. Wenn er nicht auf Tour ist, verbringt der Trompeter, Komponist und Produzent einen großen Teil seiner Zeit im eigenen Tonstudio und bastelt an neuem Material für seine eigenen Projekte, schreibt aber auch Neue Musik für Vokalensembles oder Musiken für Ballettinszenierungen.

Zum Erfolgsrezept des 58-Jährigen gehören seit jeher auch Einflüsse aus den unterschiedlichsten Musikkulturen. Ob Indien, Jamaika, der Orient oder seine Heimat Norwegen - kaum ein Künstler vermag es wie er, diese Einflüsse wie verschiedene Zutaten "zu einem Teig zu kneten", wie er sagt. Dieser Teig bildet dann den perfekten Boden für immer neue musikalische Torten, die Molvær mit tiefgründigen und berührenden Trompeten-Improvisationen garniert. Warum er klingt, wie er klingt? "Die Trompete klingt mir zu sehr nach Trompete. Deshalb probiere ich so zu spielen, dass mir der Klang gefällt".

In einem ausführlichen Interview mit Felix Tenbaum hat Nils Petter Molvær über die Anfänge seiner musikalischen Karriere und seinen ungewöhnlichen Weg hin zum Einsatz von Elektronik gesprochen - aber auch über sein besonderes Faible für die E-Gitarre als Partnerinstrument, Norwegens Bedeutung für den Jazz in Europa und über so etwas Grundsätzliches wie "Übemoral".