Jazz Special

Jazz und Europa: Klangspuren einer europäischen Jazzlegende

Freitag, 26. April 2019, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Bert Noglik

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Der polnische Jazzpianist und Komponist Krzysztof Komeda, aufgenommen mit seiner Frau Zofia 1959 in Zakopane.

Mit dem Schaffen von Krzysztof Komeda fand der polnische Jazz zu einem eigenen Klang. Komeda schöpfte aus der Tiefe der europäischen Tradition, gab seiner Musik einen lyrischen Touch und ließ sich von den Freiheiten des modernen Jazz zu kühnen Neuerungen inspirieren. Anfangs musste er seine Existenz als Jazzmusiker verheimlichen, weil Jazz während der stalinistischen Ära in den Untergrund verbannt wurde. Der Hals-Nasen-Ohren Arzt Krzysztof Trcziñski gab sich bei seinen versteckten Auftritten ein Pseudonym, unter dem er später weltberühmt wurde: Komeda. Zielstrebig setzte er sich an die Spitze derer, die dem Jazz in Polen zur Öffentlichkeit verhalfen. Eng mit dem Regisseur Roman Polanski verbunden, gab ihm auch seine Arbeit für Film- und Ballettproduktionen Anstöße für einen unkonventionellen Umgang mit jazzmusikalischen Ausdrucksmitteln.

Weltweit geschätzt

Mit der Platte "Astigmatic" von 1966 schuf Komeda einen unverrückbaren Meilensteinen des neuen europäischen Jazz. 1967 folgte er dem Ruf Roman Polanskis nach Hollywood, wo er unter anderem die Musik für "Rosemary's Baby" komponierte. Nach einem Unfall, dessen Umstände nie aufgeklärt werden konnten, lag er monatelang im Koma und verstarb am 23. April 1969 in Warschau, vier Tage vor seinem 38. Geburtstag. Komeda hinterließ ein vielgestaltiges Œvre, das weltweite Wertschätzung erfuhr und dessen Inspirationskraft bis in die Gegenwart hinein strahlt. Der Trompeter Tomasz Stanko bezeichnete Krzysztof Komeda als seinen ersten Guru. Die Zahl der Tribute-Alben reißt nicht ab. Sie reicht vom Marcin Wasilewski Trio über Adam Pieronczyk und Leszek Mozdzer bis hin zu ganz jungen Musikern. Der Pianist Leszek Mozdzer bringt es auf den Punkt: "Keiner, der heute in Polen Jazz spielt, kommt an Komeda vorbei."