Stand: 08.02.2018 15:12 Uhr

Black Poetry und freie Emotionen

Blues for Memo
von David Murray feat. Saul Williams 
Vorgestellt von Sarah Seidel
Bild vergrößern
Das Album "Blues For Memo" mit David Murray und Saul Williams wurde in Istanbul in Gedenken an den Jazzpromoter Ahmet Ulug, genannt "Memo", aufgenommen.

Es kommt nicht oft vor, dass ein Künstler am Sarg eines anderen Künstlers steht und den Toten vor der Trauergemeinde laut auffordert, er solle sofort wieder aufstehen, er würde noch gebraucht. Dass ein weiterer bei der Trauerfeier anwesender Künstler von diesen Worten so beeindruckt ist, dass er augenblicklich ein gemeinsames musikalisches Projekt mit dem Grabredner beschließt, ist auch nicht eben alltäglich. Aber, so spielt das Leben: als der Saxofonist David Murray seinem alten Freund Amiri Baraka das letzte Geleit geben will, beklagt der von Baraka maßgeblich beeinflusste Poetry-Künstler Saul Williams den großen Verlust und lässt seinen Emotionen freien Lauf. Damit stößt er unbewusst ein gemeinsames Projekt mit Murray an, das später in gemeinsame Albumaufnahmen gipfelt.

Politisch, kraftvoll, leidenschaftlich

Gewinnen Sie das Jazz Album "Blues For Memo"

In der Sendung PlayJazz! verlost NDR Info das Jazz Album der Woche. Schreiben Sie eine E-Mail mit Ihrer Anschrift an jazz@ndr.de - und mit etwas Glück gewinnen Sie!

Amiri Baraka, dieser große afroamerikanische Poet und streitbare Politaktivist, hat schon in den 1980er Jahren zusammen mit dem Saxofonisten und Bassklarinettisten David Murray aufgenommen, ist mit ihm zusammen aufgetreten - eine langlebige Verbindung zweier meinungsstarker Künstler. Murray, der sich irgendwo zwischen Avantgarde-Jazz, Funk, Blues und Gospel bewegt, hat jetzt mit Saul Williams einen Performer an seiner Seite, den man sonst überwiegend im Umfeld von New Yorker Hip-Hop- und Electronic-Künstlern antrifft. Williams und Murray sind zusammen mit dem hochkarätig besetzten "Infinity Quartet" ins Studio in Istanbul gegangen, um das Album "Blues For Memo" im Gedenken an einen türkischen Jazzpromoter aufzunehmen, mit dem Murray eng befreundet war: Mehmet Ulug, genannt "Memo". Eine leidenschaftliche Widmung und gleichzeitig tiefgründiger, bluesgetränkter, energetischer Jazz mit Sprechgesang, Saxofon, Posaune und Rhythmusgruppe, mit Gästen wie dem Posaunisten Craig Harris, dem Pianisten Jason Moran, Murrays Sohn Mingus Murray an der Gitarre und Aytac Dogan, der das Kanun spielt, eine Art orientalische Zither.

Blues for Memo

Genre:
Jazz
Label:
Motéma / Pias
Veröffentlichungsdatum:
16.02.2018
Preis:
16,99 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Play Jazz! | 12.02.2018 | 22:05 Uhr