Stand: 01.06.2018 11:11 Uhr

Lücking sieht Kreuzerlass als Wahlkampfmanöver

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Der Kreuzerlass von Ministerpräsident Markus Söder in Bayern wird seit Wochen heiß diskutiert.

In bayerischen Landesbehörden gilt ab sofort die Kreuzpflicht. Auf Anordnung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) muss in Gebäuden wie Ministerien, Polizeirevieren oder Bauämtern im Eingangsbereich ein Kreuz hängen. Söder erklärte, dies solle die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich machen.

Die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking, bekräftigte auf NDR Info ihre Kritik an der Maßnahme. Die CSU missbrauche das Kreuz für wahlkampfpolitische Zwecke, so Lücking.

"Enteignung eines christlichen Symbols"

Die ZdK-Vizepräsidentin erklärte, Bayerns Ministerpräsident Söder habe behauptet, das Kreuz sei ein bayerisches Symbol und kein religiöses. Darüber habe sie sich sehr geärgert. "Das ist eine Enteignung eines Symbols, das mir als überzeugter Christin viel zu wichtig ist."

Lücking sagte auf NDR Info, beim Kreuzerlass handele es sich offenkundig um ein Wahlkampfmanöver. Das Kreuz gehe aber weit darüber hinaus, eine bayerische Identität zu spiegeln. Sie mahnte, wenn Söder christliche Anliegen tatsächlich wichtig seien, sollte er eine christliche Politik machen anstatt Symbolpolitik zu betreiben.

"Kreuz ist kein ausgrenzendes Symbol"

Lücking sieht nach eigenen Worten einen Zwiespalt: "Auf den ersten Blick meint man, da fördert jemand Kreuze im öffentlichen Raum und kommt damit den Christen entgegen." Das Kreuz sei aber kein kulturelles und kein ausgrenzendes Symbol. Christliche Religion sei nicht bezogen auf ein Land oder eine Nation, sondern erstrecke sich weltweit.

Tagesschau.de
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Der bayerische Kreuzerlass gilt

In Bayern gilt auf Anordnung von Ministerpräsident Söder die Kreuzpflicht für Landesbehörden. Bayerns SPD kritisierte Söder scharf - und forderte die Rücknahme des Erlasses. Mehr bei br.de. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 01.06.2018 | 06:20 Uhr