Stand: 04.12.2017 11:05 Uhr

Seehofer tritt nicht an - Söder wird Nachfolger

Wer tritt für die CSU als Spitzenkandidat bei der kommenden Landtagswahl in Bayern an? Wer wird künftig den Parteivorsitz der CSU übernehmen? Seit Wochen wurde über diese Fragen diskutiert. Nun sind die Würfel gefallen: Als Konsequenz aus dem langen Machtkampf ist Parteichef Horst Seehofer bereit, sein Ministerpräsidenten-Amt an Finanzminister Markus Söder abzugeben. Der Wechsel soll im ersten Quartal 2018 erfolgen.

Söders einziger potenzieller Gegenkandidat, Innenminister Joachim Herrmann, erklärte am Montag in der Landtagsfraktion seinen Verzicht. Die Abgeordneten wählten Söder daraufhin einstimmig zu ihrem Wunschkandidaten. Die Abstimmung hat für den Parteitag im Dezember bindende Wirkung, da die Landtagsfraktion den Nachfolger aus ihrer Mitte bestimmt.

Ferber: Söder kennt die Partei - und die Partei kennt ihn

Auf NDR Info hatte zuvor der CSU-Europa-Abgeordnete Markus Ferber mehrere Medienberichte bestätigt, dass Seehofer nicht erneut als Spitzenkandidat antritt. Parteivorsitzender der CSU will Seehofer Ferbers Angaben zufolge aber bleiben. Ferber betonte, dass vieles für Söder spricht. Er kenne die Partei - und die Partei kenne ihn. "Jeder weiß, was auf uns zukommt", sagte Ferber. Der Europaabgeordnete sagte auf NDR Info, die Zusammenarbeit zwischen Seehofer und Söder werde funktionieren, weil sich die CSU keinen Streit mehr leisten könne.

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Bayern: Söder soll auf Seehofer folgen

Die CSU-Landtagsfraktion hat sich für Finanzminister Söder als Spitzenkandidat für die bayerische Landtagswahl ausgesprochen. Seehofer wird wohl im 1. Quartal zurücktreten. Mehr bei tagesschau.de. extern

Seinem Dauerrivalen Söder bot Seehofer dann auch eine "gute Zusammenarbeit" an. Die Fraktion spendete Seehofer für seine Ankündigung stehend Beifall. Einen Wechsel nach Berlin schloss Seehofer nicht aus, wie es in der engsten Parteispitze hieß. Herrmann will seinerseits nicht mehr in ein künftiges Bundeskabinett wechseln.

Schlechtes Wahlergebnis bei vergangener Bundestagswahl

Am Sonntag hatte Seehofer nach den Beratungen erklärt, er habe einen Vorschlag zu Spitzenkandidatur und Parteivorsitz gemacht, der allgemein gutgeheißen worden sei. Die CSU hatte bei der Bundestagswahl im September das schlechteste Wahlergebnis seit Jahrzehnten erzielt. Die Partei will im Herbst 2018 ihre absolute Mehrheit im Münchner Landtag verteidigen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 04.12.2017 | 07:20 Uhr