Feiertags-Forum

Heldinnen und Helden wider Willen

Dienstag, 01. Januar 2019, 06:05 bis 06:30 Uhr, NDR Info Spezial

Die Sandwich-Generation zwischen Kindern, Beruf und eigenen Eltern
Von Dagmar Penzlin

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Wer sich um Kinder und Eltern gleichzeitig kümmern muss, ist oft überfordert.

Die Sandwich-Generation ist ein Ergebnis unserer Zeit und des Umstands, dass immer mehr Frauen erst jenseits der dreißig ihr erstes Kind bekommen. Ist der Nachwuchs in der Pubertät, sind die eigenen Eltern oft in der Phase, in der sie Unterstützung brauchen. Ein Fallbeispiel: 2008 ist Melanie (Name von der Redaktion geändert) aus Süddeutschland mit ihrer damals insgesamt fünfköpfigen Familie zurück in ihren Heimatort gezogen, weil abzusehen war, dass ihre krebskranke Mutter durch die Behandlung mit starken Medikamenten zunehmend geschwächt war und ihr Vater der Situation zunehmend hilflos gegenüber stand. Ab 2010 verschlechterte sich der Zustand von Melanies Mutter: Sie wurde ein Pflegefall.

Welchen Preis fordert der Spagat?

Melanie begann zu rudern, war bald selbst reif für die Kur. Auch wenn wenig später Pflegerinnen aus Osteuropa mit anpackten, über Jahre erlebte sie am eigenen Leib, was es heißt, als Vertreterin der Sandwich-Generation im mittleren Alter sowohl von der jungen als auch von der alten Generation gefordert zu sein oder - um im Bild zu bleiben - sich in der Mitte eines Sandwichs zu befinden. "Ich wurde schon echt von beiden Generationen gedrückt. Und ich hab gesagt: ‚Ich finde es nicht in Ordnung, dass ich mein eines Kind noch wickele und dass ich die Mutter schon wickele.’ Ich hätte mir mehr Jahre dazwischen gewünscht. Bei uns ist es so gewesen - Krankheit kann man natürlich nicht beeinflussen - aber wenn Menschen sehr alt Kinder bekommen, ist es relativ wahrscheinlich, dass sie dann schon pflegebedürftig sind, wenn ihre eigenen Kinder Kinder kriegen. Und dann passiert es eben, dass diese Sandwich-Generation ein bisschen gequetscht wird."

Immer mehr Menschen, vor allem Frauen, jonglieren deshalb zwischen dem eigenen Job, den heranwachsenden Kindern und den eigenen Eltern. Dagmar Penzlin hat für das Forum am Sonntag mit Vertreterinnen und Vertretern dieser Generation gesprochen und beschreibt, welchen Preis ihr Spagat fordert.