Die Reportage

Woraus besteht die Welt?

Sonntag, 02. September 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Westliche Hemisphäre der Erdkugel © picture-alliance/ dpa Fotograf: NASA Goddard Space Flight Center

Woraus besteht die Welt?

NDR Info - Die Reportage -

Wir kennen nur fünf Prozent von der Materie, die uns umgibt. Das DESY in Hamburg arbeitet daran, dies zu ändern. "Woraus besteht die Welt?" - eine NDR Info Reportage.

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Physikalische Forschung am DESY in Hamburg
Von Daniela Remus

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Nicht nur für Physik-Interessierte: Im DESY in Hamburg werden auch Besichtigungen angeboten.

Bisher kennen wir nur fünf Prozent der uns umgebenden Materie. Damit das so nicht bleibt, forschen Wissenschaftler seit fast 60 Jahren am Deutschen Elektronen Synchrotron, kurz DESY, in Hamburg. Hier stehen große Anlagen, mit denen Bausteine der Materie durch Beschleunigung so bearbeitet werden, dass sie ihre physikalischen Besonderheiten zeigen - beispielsweise zerfallen sie in noch kleinere Einheiten, in sogenannte Elementarteilchen. Die Teilchenbeschleuniger des DESY gehören weltweit zu den leistungsstärksten ihrer Art. Sie erzeugen das stärkste Röntgenlicht der Welt und ermöglichen bahnbrechende Erkenntnisse in der Physik. Diese führen auch in anderen Forschungsbereichen - wie der Arzneimittel- oder der Energieforschung - zu wegweisenden Entwicklungen. Das weltbekannte Forschungszentrum DESY besteht bereits seit mehreren Jahrzehnten. Es wurde 1959 gegründet. Auf Initiative eines Professors, der an die Universität Hamburg berufen wurde. Er machte seine Zusage davon abhängig, einen weltweit konkurrenzfähigen Teilchenbeschleuniger für seine Forschungen zu bekommen. Damals waren solche Anlagen selten, es gab sie u.a. in den USA. Die Teilchenphysik steckte noch in den Kinderschuhen. Stadt, Universität und der Bund taten sich zusammen, um das zu ermöglichen.

DORIS, PETRA, HERA und DESY

Der erste Teilchenbeschleuniger mit Namen DESY konnte dann 1964 seinen Betrieb aufnehmen, erklärt der Physiker Thomas Zoufal, der beim DESY für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist: "Dann ging es über die Jahrzehnte immer weiter. Es wurden neue Teilchenbeschleuniger gebaut, in den 60er Jahren DORIS, in den 70er Jahren PETRA, in den 80er Jahren HERA. Man merkt, das ist immer mit Frauennamen verbunden, die ergeben aber tatsächlich einen Sinn. DORIS heißt z.B. Doppel-Ring-Speicher, PETRA Positron-Elektron-Tandem-Ring-Anlage. Also, es sind immer Akronyme, die tatsächlich auch die Funktion des Beschleunigers so ein bisschen erklären." Mithilfe der Beschleuniger wollen die Wissenschaftler experimentell überprüfen, ob und inwieweit ihre Theorien zur Teilchenphysik zutreffend sind. In der Teilchenphysik möchte man wirklich das absolute Grundalphabet des Universums herausfinden. Das heißt, welche Elementarteilchen gibt es und wie spielen sie zusammen?