Die Reportage

Wenn Herrchen und Frauchen Zeitnot haben

Sonntag, 03. Juni 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Ein Hund liegt auf einer Decke. © NDR Fotograf: Martina Witt

Vom Gassi-Service bis zur Hundetagesstätte

NDR Info - Die Reportage -

Etwa neun Millionen Menschen besitzen einen Hund. Aber nicht alle haben Zeit, sich um ihn zu kümmern. Für sie gibt es Hutas und professionelle Gassigeher.

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Vom Gassi-Service bis zur Hundetagesstätte
Von Ursula Storost

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In der Huta haben die Hunde ein soziales Miteinander durch die Interaktion mit anderen Hunden.

Etwa neun Millionen Menschen in Deutschland besitzen einen Hund. Aber nicht alle haben Zeit, ihn auszuführen, mit ihm zu spielen oder sich überhaupt um ihn zu kümmern. Wenn die Arbeit ruft, hat das tierische Familienmitglied oft das Nachsehen. Besonders in Großstädten gibt es dafür inzwischen Lösungen: sogenannte Hutas, Tagesstätten für Hunde oder auch Angebote von professionellen Gassigehern, die die Tiere abholen und wieder nach Hause bringen. Solche Einrichtungen sind zahlreich zu finden und werden ausgiebig genutzt. Inken ist Freiberuflerin, ihre beiden Windhunde Rocky und Zorro sind seit drei Jahren in der Hundetagesstätte. An einem oder an zwei Tagen in der Woche: "Ich sag immer Huta. Dann sagen die Leute Huta? Ich sag immer ja, Kita für Hunde. Dann gibt’s immer Gelächter. Aber mittlerweile ist das schon ein eingebürgerter Begriff, würde ich sagen." Auf die Hundetagesstätte kam Inken vor drei Jahren durch Empfehlung. Seitdem sind ihre Hunde hier und sie ist rundum zufrieden. Und die Hunde offenbar auch. "Dann haben die ihren Auslauf, die werden hier bespaßt. Und was mir auch ganz wichtig ist, ist die Interaktion eben auch mit anderen Hunden. Dass da ein soziales Miteinander stattfindet. D.h. dass die beiden sozial mit anderen interagieren können, das finde ich sehr wichtig."

Sofas, Decken, Kissen und Flokatis

Chefin der Hundetagesstätte ist Maren Lena Ziemens. Sie ist Mitte dreißig und hat wilde rote Locken. Ihre Einrichtung gibt es seit inzwischen fünf Jahren: "Ich habe Tierpsychologie studiert und habe dann noch eine Hundetrainerausbildung gemacht. Ich bin zertifizierte Hundetrainerin." Bis 2013 war Maren Ziemens in einer Huta angestellt. Dann hat sie sich selbständig gemacht. "Da gab es immer so ein paar Punkte, die ich gerne verändert hätte. Und irgendwann war dann der Punkt erreicht, wo ich gesagt hab, gut, dann mach ich was Eigenes." Die Hundepsychologin wollte es in ihrer eigenen Betreuungseinrichtung für die Hunde ein bisschen gemütlicher machen. In der Souterrainwohnung findet man Sofas, Decken, Kissen und Flokatis. Außerdem gibt es eine Art Kletterhaus aus Holz, wo die Vierbeiner von einer erhöhten Plattform aus das Geschehen beobachten können. Auf breiten, mit Polster belegten Fensterbänken können Frau und Herr Hund Platz nehmen und aus einem Schaufenster mit überdimensionalen aufgeklebten Hundepfoten nach draußen kucken. Das mögen sie, sagt Maren Ziemens.

Wer gibt seinen Hund in Betreuung, was passiert dort mit den Tieren, welche Qualifikation braucht ein Hundesitter - bzw. eine Hundesitterin? Denn auch bei Tieren scheint die Fürsorge vorwiegend in weiblicher Hand zu sein...