Die Reportage

Waschen, putzen, trösten

Montag, 02. April 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Ein ganz normaler Tag in einem Schweriner Pflegeheim
Von Alexa Hennings

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Arbeit in drei Schichten, ob Sonntag oder Feiertag.

Wir vertrauen ihnen unsere Mütter und Väter an, weil wir überfordert sind, keine Zeit haben oder weit entfernt wohnen. Doch auch Pflegerinnen und Pfleger sind ihrerseits oft überfordert und noch dazu unterbezahlt. Während sich die Bedingungen nur langsam verbessern, während Kassen um Centbeträge und Minuten feilschen - während all dessen tun sie einfach ihre Arbeit. Unbeirrt, aber auch weitgehend still und unbeachtet - wenn es nicht gerade krasse Negativschlagzeilen gibt. Wie sieht der Alltag in einem Alten- und Pflegeheim aus? Was motiviert Pflegekräfte, immer weiterzumachen, was bewegt Ehrenamtler, ihnen ein wenig von ihrer Bürde abzunehmen? Ein ganz normaler Tag in einem Schweriner Pflegeheim zwischen Waschen und Putzen, Turnen und Trösten, Singen und Ermutigen.

Geduld und das Bedürfnis, anderen zu helfen

Ein helles, freundliches Gebäude in U-Form, eine große Terrasse und ein Garten vor dem Haus. 102 Frauen leben hier und 15 Männer. Es ist Frühstückszeit. Das Frühstücksbrot selbst mit Butter zu bestreichen, gelingt nicht allen. Jedenfalls nicht gleich. Da hilft Geduld. Einer jungen Pflegerin Anfang 20, zucken schon die Hände, um einzugreifen. Ohne diesen Drang, anderen zu helfen, wird man nicht Pflegerin. Arbeit in drei Schichten, ob Sonntag oder Feiertag. Seit halb sieben ist die junge Frau heute schon im Dienst. Erster Programmpunkt: Grundpflege: "Es gibt auch welche, die stehen schon morgens um vier auf. Dass sie dann schon fertig sind, wenn der Nachtdienst reinguckt: Oh, sie sind ja schon fertig. Das gibt es auch. Da hilft man noch ein bisschen, begleitet und guckt. Es ist wirklich unterschiedlich. Man lernt auch viel. Die Unterschiede von Bewohner zu Bewohner. Also, mir macht’s einfach Spaß."