Die Reportage

Nahrung für die Seele

Montag, 21. Mai 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Davidsstern © dpa/Picture-Alliance Fotograf: Holger Leue

Nahrung für die Seele

NDR Info - Die Reportage -

Jüdisches Theater hat in Rostock eine gute Tradition. Die von Michail Beitman-Korchagin gegründete Gruppe Mechaje feierte bundesweit Erfolge. Eine NDR Info Reportage.

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Das Theaterstudio der Jüdischen Gemeinde
Von Alexa Hennings

Jüdisches Theater hat in Rostock eine gute Tradition. Die von Michail Beitman-Korchagin gegründete Gruppe Mechaje feierte bundesweit Erfolge. Doch dann geriet das Theater in finanzielle Schwierigkeiten. Nun hat sich in der kleinen, rund 600 Mitglieder starken Gemeinde eine neue Theatergruppe gegründet. Ihr aktuelles Stück: "Liebe deinen Nächsten" nach Erich Maria Remarque - ein Stück über Flucht und Vertreibung. Paris 1938. Eine Silvesternacht unter Emigranten. Erich Maria Remarque, der aus Deutschland vertriebene Schriftsteller, Autor des Weltbestsellers "Im Westen nichts Neues", beschreibt in seinem Roman "Liebe deinen Nächsten" das Schicksal dreier Flüchtlinge, die kein Land aufnehmen will. Die Theatergruppe der Jüdischen Gemeinde in Rostock hat ein Stück für die Bühne daraus gemacht.

Was sich hier auf der Theaterbühne abspielt, ist Teil vieler Familiengeschichten

Wo früher Kinder turnten, wird heute Theater gespielt und getanzt, es werden Gottesdienste gehalten und Feste gefeiert. Die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in Rostock ist eine Mehrzweckhalle, eine große Wand aus leichten Holzplatten kann auf- und zu gefaltet werden. So passt sich der Raum den jeweiligen Bedürfnissen an. Gerade ist die Faltwand geschlossen, im kleineren Teil befindet sich der Gebetsraum mit hölzernen Bankreihen und Thora-Schrein. Vor der Wand, im größeren und helleren Teil der Halle mit großen Fenstern zum Hof, wird für die Aufführung geprobt. Hier stehen Laien auf der Bühne. Schon im Rentenalter oder kurz davor die meisten. Sie kamen in den 90er Jahren aus den Staaten der zerfallenen Sowjetunion nach Deutschland - aus Russland und Kasachstan, Estland und der Ukraine. Sie alle eint, dass sie jüdische Wurzeln haben. Das, was sich hier auf der Theaterbühne abspielt, ist Teil vieler Familiengeschichten: Flucht, Vertreibung, Hunger, Verfolgung, Gefangenschaft.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Gruppe. Alexa Hennings hat sie bei den Proben begleitet.

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Nahrung für die Seele

21.05.2018 06:30 Uhr

Das Manuskript der NDR Info Reportage "Nahrung für die Seele - Das Theaterstudio der Jüdischen Gemeinde" als PDF. Download (209 KB)