Die Reportage

Leibniz für alle!

Sonntag, 03. Juli 2016, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Hannover würdigt sein Universalgenie
Von Volkhard App

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Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) - ein Porträt von Louis Figuier, Barcelona 1881.

Rund 40 Jahre hat Gottfried Wilhelm Leibniz für den hannoverschen Hof gearbeitet und von hier aus sein Netz internationaler Kontakte ausgebaut: als Mathematiker, Philosoph, Erfinder, Jurist und Historiker. 1716 starb er in dieser Stadt. Der 300. Todestag ist nun Anlass für ein breites Veranstaltungsprogramm: in Stadtbüchereien wird Kindern der barocke "Superman" vorgestellt und eine Ausstellung gibt Einblick in das letzte Lebensjahr des erstaunlichen Mannes, der im Schlossmuseum "höchstpersönlich" durch die Räume führt. Wenn es einen Ort gibt, an dem der Universalgelehrte mit seinem Werk wirklich zu Hause ist, so ist es in Hannover die Niedersächsische Landesbibliothek, die längst seinen Namen trägt. Ein Archiv beherbergt den Nachlass des bedeutenden Mannes.

Der Gelehrte war ein guter "Networker"

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Vier-Spezies-Rechenmaschine von Gottfried Wilhelm Leibniz, gebaut Ende des 17. Jahrhunderts.

Die hier archivierten rund 20.000  Briefe zählen inzwischen zum Weltdokumenten-Erbe der UNESCO. Sie sind in lateinischer und französischer Sprache, zu einem geringeren Teil auch in Deutsch geschrieben und spiegeln die Bandbreite seiner Interessen. Ein ständiger Gedankenaustausch von Leibniz mit 1300 Adressaten: der in alle Himmelsrichtungen kommunizierende Gelehrte war gut "vernetzt" - so würden wir es heute wohl bezeichnen. Die aktuelle Sonderausstellung in der Leibniz Bibliothek gehört zu den Höhepunkten dieses Gedenkjahres.

Auf der Opernbühne wiederum rückt er in einem Stück von Leonard Bernstein in den Mittelpunkt und in der Neustädter Hof- und Stadtkirche, wo Leibniz begraben wurde, finden sich Bürger ein, um miteinander über den großen Sohn der Stadt zu sprechen. Gelingt diese Annäherung an den Universalgelehrten und welche Rolle spielen seine Thesen und Ansichten heute noch?