Die Reportage

Großes Kino in Uelzen

Sonntag, 10. Juni 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Podcast Info Die Reportage Mediathekbild © fotolia.com Fotograf: Sergej Seemann

Großes Kino in Uelzen: Liberty, ein Filmprojekt von Jugendlichen

NDR Info - Die Reportage -

Rund 100 Jugendliche machen mit bei einem Filmprojekt in Uelzen. Die Dreh-Reportage spiegelt die Professionalität und den Enthusiasmus der jungen Leute.

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Am Set von "Liberty", einem Filmprojekt von Jugendlichen
Von Julia Jakob

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Am Set hat jeder seine Aufgabe und nimmt sie ernst. Celine schminkt gerade fachgerecht eine Schnittwunde auf das Bein der Hauptdarstellerin Nici.

Von wegen: in den Ferien sich noch einmal gemütlich im Bett umdrehen und weiterschlafen. Stattdessen sind die Schüler während der niedersächsischen Osterferien früh, wirklich sehr früh aufgestanden, um in Uelzen mit einem großen Filmprojekt zu beginnen. Das Szenario: In einem kleinen Stadtwäldchen im Norden wuseln Jugendliche durchs Laub. Drehblock 4, Szenen 95, 96 und 97 stehen auf dem Drehplan. Alles quatscht, sabbelt, redet durcheinander. Aber sobald Regisseur Luzian, 17 Jahre, die magischen Worte: "Achtung! Dann drei - zwo - eins und Action!" sagt - ist es sofort ruhig. An diesem Laien-Set herrscht Aufmerksamkeit, Disziplin und Konzentration. Der Drehtag ist für die Schauspieler genauso durch getaktet wie für die Mitarbeiter hinter der Kamera. Ein Unterschied zu professionellen Filmaufnahmen ist lediglich am Alter der Mitwirkenden zu erkennen. "Liberty" heißt der Kinofilm, an dem insgesamt über 300 Jugendliche mitwirken.

Nimmerland, aber ganz anders

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Drei der vier Initiatoren des Projekts: Clemens, Luzian (der Regisseur, Mitte) und Timon.

Die Geschichte von "Liberty" ist ein düsteres Endzeitszenario: Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft hat eine Terrororganisation, die sogenannte Miliz, ein Dorf überfallen. Alle Erwachsenen werden verschleppt. Und die Kinder bleiben hilflos im Dorf zurück und müssen irgendwie versuchen, zu überleben. Für Luizan Massarat, den Regisseur und Drehbuchautor von "Liberty", ist dieses Szenario nicht nur künstlerischer Ausdruck, sondern auch eine ganz klare Gesellschafts-Kritik: "Es ist eben die Kritik, wie lässt man Entwicklungsländer eigentlich schleifen. Wir haben‘s hier so gut in unserem Land und in anderen Ländern haben es die Leute so schlecht und das ist uns hier egal und es gibt keine Hilfe von der Regierung." Luzian ist einer der vier Initiatoren des Filmprojekts "Liberty". Dazu gehören noch Clemens, Fabian und Timon. Die vier Freunde haben das Projekt "Liberty" ohne Hilfe von außen ausgedacht, geplant und realisiert. Sie haben Geräte, Ausrüstung und Kostüme beschafft, Personal für alle möglichen Aufgaben rekrutiert und - das Wichtigste bei jedem Film - Geld gesammelt. Die vier Initiatoren haben mit ihren Kurzfilmen bereits Erfahrungen gesammelt und sogar einen Preis gewonnen. Und sie haben große Pläne: Im Herbst 2019 soll der Film seine Kino-Premiere feiern - am liebsten in einem richtig großen Lichtspielhaus.