Die Reportage

Graf Dracula im Schweriner Schloss

Sonntag, 08. Juli 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Ein Schauspieler verkleidet als Graf Dracula im roten Samtjackett mit weißer Perücke. © Mecklenburgisches Staatstheater Foto: Silke Winkler

Graf Dracula im Schweriner Schloss

NDR Info -

Es gilt als das „Neu-Schwanstein des Nordens“ und schönster Landtagssitz in Deutschland. Jetzt ist es Schauplatz einer besonderen Inszenierung.

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Ein schauriger Gast bei den diesjährigen Schlossfestspielen
Von Wolfgang Heidelk

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Das Schweriner Schloß - jerzt deutscher Kandidat für das UNESCO-Welterbe.

Es gilt als das "Neu-Schwanstein des Nordens" und schönster Landtagssitz in Deutschland. Das Schweriner Schloss ist jedes Jahr das Lieblingsmotiv hunderttausender Touristen. Und neuerdings sogar deutscher Kandidat für das UNESCO-Welterbe. Jetzt ist es erstmals seit den 90er Jahren wieder Schauplatz einer besonderen Inszenierung. Im Innenhof geistert Graf Dracula herum, eingeladen von den Schlossfestspielen. Experten sorgen sich dennoch: wird der Graf die beiden Särge auf dem Boden oberhalb des Thronsaals entdecken und eventuell für sich nutzen? Wie reagieren die vielen Fledermäuse in der Grotte am Schloss auf den berühmtesten Vampir der Literaturgeschichte? Ist das Schloss nachts noch sicher?  Was ist mit dem sagenumwobenen Schlossgeist Petermännchen und seinen unterirdischen Gängen - können die noch betreten werden?

Fledermäuse, Särge, geheimnisvolle Orte - ideal für Dracula

Das Schweriner Schloss, spielt mit in dieser Inszenierung des Mecklenburgischen Staatstheaters. Als üppige Residenz der mecklenburgischen Herzöge wurde es Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance umgestaltet. Fledermäuse, Särge, geheimnisvolle Orte - all das bietet es auch real - abseits der Theaterbühne. Und natürlich viele Türen. Könnte Dracula da Unruhe stiften im weitläufigen Bau? Über 600 Räume hat das Schloss. Darunter bis heute dunkle Verliese - ideale Rückzugsorte für den Karpatenfürsten.  

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Dracula - das Schauspiel nach Bram Stoker - feierte Ende Juni 2018 im Schlossinnenhof des Schweriner Schlosses Premiere.

Aber während Dracula als Fassadenkletterer jedes Hindernis überwindet oder sich mal vorübergehend in Nebel auflöst, um auch ohne lästige Schlüssel von Raum zu Raum zu gelangen, braucht der normal Sterbliche einen Begleiter mit Schlüsselgewalt. Inga Müller, 33 Jahre, arbeitet seit 2014 im Schweriner Schloss. Zuerst war sie ein Jahr im Schlossmuseum. Dann kam sie in die Landtagsverwaltung. Sie kennt jeden Schleichweg im Schloss und weiß viel über seine Geschichte. Von Beruf ist sie Museologin und Ethnologin. Für eine Tätigkeit in der  Landtagsverwaltung eine nicht gerade typische Kombination: "Stimmt. Aber wir haben ja hier auch einen wunderbaren und besonderen Landtagssitz mit ganz vielen verschiedenen Chancen, Herausforderungen und bei so einem historischen Gebäude mit so viel Geschichte und eingebunden in diesen ganzen Welterbe-Bewerbungsprozess, gibt es da besondere Belange."

Unterwegs mit Fledermausexperten, Schlosskennern, Nachtwächtern und natürlich mit Graf Dracula.