Die Reportage

Familie auf Zeit

Sonntag, 08. April 2018, 06:30 bis 07:00 Uhr, NDR Info

Nahaufnahme von zwei Küken in einer Hand © NDR Fotograf: Astrid Wulf

Familie auf Zeit - Unterwegs mit der Dorfhelferin

NDR Info -

Sie springen ein, wenn es ernst wird: Dorfhelferinnen sind für viele Familien die letzte Rettung. Die Reportage begleitet sie bei ihren Einsätzen.

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Unterwegs mit der Dorfhelferin
Von Beke Schulmann

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Für die Zeit der Krankheit oder Schwangerschaft der Mutter sind Dorfhelferinnen für viele Familien die letzte Rettung.

Sie springen ein, wenn es ernst wird - wenn sich niemand um den Haushalt kümmern kann, die Versorgung der Kinder nicht gewährleistet ist oder das Einholen der Ernte auf dem Spiel steht. Für die Zeit der Krankheit oder Schwangerschaft der Mutter sind Dorfhelferinnen für viele Familien die letzte Rettung. Sie versorgen die Kinder, arbeiten im Stall oder auf dem Feld und sorgen so dafür, dass die Familien ihren Alltag auch in Ausnahmesituationen weiterleben können. Besonders im Wendland hat diese Form der Hilfe durch ausgebildete Dorfhelferinnen eine lange Tradition. Sie bleiben einige Tage oder mehrere Wochen in einer Familie und werden ein Teil ihres Lebens. Ist die Notsituation vorüber, widmet sich die Dorfhelferin einer neuen Familie.

Dorfhelferin Gunda Jungen im Einsatz

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Familie van der Velden besitzt 270 Milchkühe, neben dem Haushalt und den Kindern wollen auch die versorgt sein.

Morgens um halb 8 fährt Gunda Jungen 30 Minuten übers Land nach Wietzendorf bei Soltau. Dort ist der aktuelle Einsatzort der Dorfhelferin, bei Familie van der Velden. Es ist Gundas fünfte Woche bei der Familie. Trotzdem: Jeder Tag ist immer wieder eine neue Herausforderung, sagt sie: "Meine allgemeinen Aufgaben, also das ist Haushaltsführung, Garten, Wäsche, Kinder beaufsichtigen, Kinder auch zum Kindergarten fahren, Hausaufgaben machen. Es hängt immer von der Situation in der Familie ab. Oder auch Betreuung älterer Menschen. Eben alles, damit der Haushalt weiterläuft."

Tief im Leben anderer Menschen

Dorfhelferinnen werden von der Krankenkasse finanziert - aber nur unter bestimmten Bedingungen: Ist diejenige Person krank, die normalerweise den Haushalt führt und hat die Familie zum Beispiel mindestens zwei Kinder oder Angestellte als landwirtschaftlicher Betrieb, dann kann eine Dorfhelferin zum Einsatz kommen. Wie fühlt es sich an, so tief in das Leben anderer Menschen einzutauchen und einen fremden Alltag für sich selbst zu übernehmen? Wie gelingt ein Abschied, wenn die Dorfhelferin ihren Einsatzort nach einigen Monaten wieder verlassen muss? Die Reportage begleitet Dorfhelferinnen zu ihren Einsätzen.

Die Sendung ist eine Wiederholung aus dem Jahr 2016.