Stand: 18.07.2019 17:08 Uhr

Wie man auf dem Mond wohnen könnte

Die erste Mondlandung vor 50 Jahren war bekanntlich "ein kleiner Schritt" für Neil Armstrong und Co. - und ein großer für die Menschheit. Seit dem ersten Schritt denken nicht nur Astronomen und Forscher auch über die Besiedelung des Mondes nach. Wie es wohl wäre, auf dem Mond zu wohnen?

Eine Glosse von Susanne Birkner und Ocke Bandixen, NDR Info

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Das wäre doch verlockend: unverbaubarer Blick auf die Erde.

Natürlich ist der Gedanke erstmal reizvoll: leben auf dem Mond. Mal so ganz entfernt von allen irdischen Problemen ins All gucken, endlich mal so richtig seine Ruhe haben, während die Kleinen draußen spielen. Aber bitte den Helm nicht vergessen. Und putzt Euch die Stiefel gründlich ab, wenn Ihr wieder reinkommt. Dieser grobe Mondstaub zerkratzt uns sonst noch das ganze Parkett. Und passt auf, dass Ihr die Türen in der Luftschleuse richtig schließt! Wir heizen nicht für die Straße!

Ein hell leuchtender Vollmond am Nachhimmel. © TeleNewsNetwork

Der komplizierte Immobilienmarkt auf dem Mond

NDR Info - Auf ein Wort -

Leben auf dem Mond? Das ist seit Langem ein Traum nicht nur von Wissenschaftlern. Wie das konkret aussehen könnte, überlegen Ocke Bandixen und Susanne Birkner in ihrer Glosse.

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Ein schmucker Bungalow am Kraterrand?

Alltagsleben auf dem Erdtrabanten. Will man das? Will man auf dem Mond leben? Ja, warum nicht? Denn schließlich ist es vor allem die bestechende Lage, die auf dem extraterrestrischen Immobilienmarkt zählt. Unverbaubarer Blick auf die Erde. Mondschein-Romantik rund um die Uhr. Die überirdische Leichtigkeit des Seins, nur ein Sechstel der Erdenschwere. Und keinerlei Bäume und Sträucher, da freut sich der Allergiker!

Vielleicht ein schmucker Bungalow am Kraterrand? Mit malerischen Mondsteinen auf der Terrasse? Oder ein solides Einfamilienhaus in einer verkehrsberuhigten Siedlung mit Blick auf die Milchstraße? Am besten an den "Bergen des ewigen Lichts" an Mond-Nordpol und Mond-Südpol, wo immer die Sonne scheint. Besser mal öfter die Rolladen runterlassen, als zwei Wochen Dunkelheit am Stück, wie in anderen Mond-Regionen. Dann könnten wir ja gleich nach Finnland ziehen.

Ziegelsteine aus Mondstaub

Das Baugebiet ist sozusagen erschlossen, Neil Armstrong sei Dank, Käufer gebe es wahrscheinlich auch genug. Was hindert uns also? Nun ja, da wären ein paar Kleinigkeiten. Zunächst das Baumaterial. Müsste man alles mitbringen oder vor Ort herstellen. Aus Mondstaub eine Art Ziegelstein backen. Dann fehlt zwar noch das Wasser für den Zement, aber auch das kriegt man irgendwie hin.

Dann die Temperaturschwankungen zwischen minus 160 und plus 130 Grad. Also ähnlich wie ein norddeutscher Sommer neuerdings. Muss man eben mal ein bisschen mehr drinnen bleiben. Ab auf die Couch und paar Folgen "Faszination Erde" gucken. Schwieriger ist es schon mit anderen mondtypischen Unwägbarkeiten, die die an sich traumhafte Lage mit sich bringt. Partikelregen, Ionenstrahlung, Meteoriteneinschlag. Auf der Erde sind wir davor weitestgehend durch die Atmosphäre geschützt, auf dem Mond, nun ja, nicht.

Der Mars ist das eigentliche Ziel

Man müsste solide bauen, so viel steht fest. Und damit kommen wir zum heikelsten Punkt: die Handwerker. Versuchen Sie mal am Wochenende einen Klempner oder einen Schlüsseldienst zu bekommen. Schon in der norddeutschen Tiefebene nicht einfach. Was würde erst auf dem Mond allein für die Anfahrtspauschale berechnet werden?

Allerdings soll die Mondbesiedlung nur ein erster Schritt sein. Mehrere Astronomen sagen: Der Mars ist das eigentliche Ziel. Und das sind für künftige Mondhaus-Eigentümer keine so großartigen Aussichten. An einer Durchgangsstraße, direkt an einer Transitstrecke wohnen? Das lässt so ein lunares Eigenheim doch schnell an Wert und Reiz verlieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 18.07.2019 | 18:25 Uhr