Stand: 29.01.2019 15:52 Uhr

Was Trump mit seiner Mauer nicht schafft

Nun kommt er also, der Grenzzaun zwischen Dänemark und Deutschland. Die Dänen haben die ersten Pfosten gesetzt und mit dem Bau des 70 Kilometer langen Stahlzauns begonnen. Und das aus einem nachvollziehbaren Grund - das Königreich will die Afrikanische Schweinepest fernhalten. Zweifel, Kritik und auch die Tatsache, dass es in Deutschland bisher noch keine erkrankten Wildschweine gibt, blieben unerhört.

Eine Glosse von Holger Beckmann, ARD-Korrespondent in Brüssel

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In dieser Woche haben die Bauarbeiten für den Wildschweinzaun begonnen.

Von den Dänen lernen heißt siegen lernen. Sicher, natürlich: im Handball, aber nicht nur da. So mir nichts, dir nichts nämlich bauen sie, die Dänen, an der deutsch-dänischen Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Süd-Jütland einen Zaun aus Stahl - von der Nordsee bis zur Ostsee, quer durchs ganze Land. Über satte 70 Kilometer.

So macht man das! Donald Trump sollte sich ein Beispiel nehmen.

Eine Aufgabe: Schweine abhalten

Gut, der Zaun ist mit umgerechnet rund vier Millionen Euro vergleichsweise günstig, aber: Das kleine Dänemark hat ja auch nicht so viel Geld wie die reichen Vereinigten Staaten, also bitte schön. Und er hat ja auch eine ähnlich klar definierte Aufgabe: Er soll die Schweine abhalten.

Aber es gibt keine kranken Schweine

Die Wildschweine. Die nämlich ohne diese Barriere in Massen von Deutschland nach Dänemark einwandern würden, um nur eins zu tun: die dänische Wirtschaft lahmzulegen, indem sie die fiese Schweinepest ins Königreich bringen. Es ist zwar kein einziger Fall von Schweinepest in Deutschland im Moment bekannt, und für Menschen ist sie ja auch völlig ungefährlich - aber: egal!

Man schützt sich besser beizeiten, so lange das noch geht. Und wie könnte das besser gehen als mit so einem Zaun.

Arbeiter montieren ein Zaunelement auf der Baustelle des Wildschweinzaunes. © Carsten Rehder/dpa Foto: Carsten Rehder

Der Bau des Wildschweinzauns hat begonnen

NDR Info - Auf ein Wort -

Dänemark hat mit dem Bau des Schutzzauns an der deutschen Grenze begonnen und will so das Königreich vor der Schweinepest bewahren. Holger Beckmann bittet auf ein Wort.

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Offene Grenzen: ein dänischer Alptraum!

Überhaupt: Diese offene Flanke nach Süden ist vielen in Dänemark ja schon lange ein Dorn im Auge. Schweren Herzens nur wollten sie dort die Grenz-Kontrollhäuschen abbauen, als der Traum vom Schengen-Raum wahr wurde. Für Dänen ein Alptraum!

Insofern sind die Schweine aus Süden - die es so gar nicht gibt - zwar unwillkommen, kommen aber trotzdem irgendwie gerade recht. Denn jetzt gibt es ja einen guten Grund, die Grenze wieder zu markieren und sichtbar wieder neu zu ziehen. So schiebt Dänemark Schengen auf ganz eigene Weise den Riegel vor. Wird ja auch höchste Zeit - denn: Wer weiß, wie lange Brüssel den Grenzkontrollen an den Straßen von Deutschland nach Dänemark wegen der Terrorgefahr noch zuschauen würde. Möglich, dass man schon bald allen Verkehr wieder fahren lassen muss, und dann wäre wieder alles offen. So weit kommt das noch.

Ein beeindruckendes Symbol

Jetzt ist dem zum Glück vorgesorgt: Der Zaun gegen die Schweine - eine neue alte Grenze und ein beeindruckendes Symbol. Stimmt. Vor allem dafür, wie sehr der Populismus immer weiter um sich greift. Nicht nur in den USA, sondern auch mitten in Europa.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 29.01.2019 | 18:25 Uhr