Stand: 14.06.2018 15:15 Uhr

Hurra, jetzt gibt es den A380 als Bausatz!

Der Super-Airbus A380 wird zum Ladenhüter. Alle lieben ihn, aber kaum einer will ihn kaufen. Jetzt wird ein gebrauchter A380 erstmals in Einzelteilen verkauft. Das zehn Jahre alte Flugzeug wollte niemand haben. Den A380 gibt es wohl bald nur noch als Bausatz.

Eine Glosse von Udo Schmidt, NDR Info

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Der A380 konnte die großen Erwartungen nicht erfüllen: Der Großraum-Jet wurde nicht so oft bestellt wie von Airbus erhofft.

Och, nö, jetzt will den keiner mehr kaufen. Unser A380, der, den wir alle, wirklich alle beim Jungfernflug bewundert und bejubelt haben, ist zum Ladenhüter geworden. Wie traurig ist das denn? Dieses Riesen-Flugzeug, irgendwie aus Gigantomanie-Träumen gemacht, die uns aber allen gefallen, gefallen haben zumindest. Mir jedenfalls, ich stehe dazu, zu meiner vorbehaltlosen Begeisterung für diesen SUV der Lüfte. Dieses Riesen-Transportmittel, das plötzlich nicht mehr zeitgemäß ist.

Flugzeuge als Kinderspielzeug

Och nö, jetzt will den keiner mehr kaufen. Jetzt nur noch als Bausatz oder so. Früher haben die Jungs Weltkriegs-Flugzeuge aus Plastikteilen zusammengeklebt und mit Minipinseln und zittrigen Händen bemalt, die Messerschmitt und die Spitfire. Ausgewogenheit musste schließlich sein - sagte Vati, der daneben saß und mit dem man sich in diesem einen Fall endlich mal ein Hobby teilen konnte. Plastikflugzeuge, die später an der Decke des Kinderzimmers baumelten und wenig Unheil anrichten konnten.

Ein Airbus A380 fliegt über Hamburg. © picture alliance / dpa Fotograf: Marcus Brandt

A380 nur noch als Bausatz

NDR Info - Auf ein Wort -

Ein gebrauchter A380 wird erstmals in Einzelteilen verkauft, das zehn Jahre alte Flugzeug wollte niemand haben. Udo Schmidt bittet in seiner Glosse auf ein Wort.

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Nun also der A380, in Einzelteile zerlegt und dann Stück für Stück verkauft. Auch an Sammler, wenn die nur wollen. Schluss mit Panini-Bildern und Gedenkmünzen - jetzt wird auf das nächste A380-Einzelteilchen gespart. Alles nur eine Frage der Geduld.

Man muss ja nicht gleich mit einem ganzen Triebwerk anfangen. Ist eh zu groß und zu schwer. Aber vielleicht ein kleines Schild "Bitte anschnallen". Oder, weil ich zumindest sowieso immer davon geträumt habe, eine kleine Blumenvase! Ja, eine Blumenvase.

Die Sache mit der Rose in der Vase

Haben Sie schon mal vor der Treppe im A380 gestanden, der Treppe, die dezent an den Stufen beleuchtet ist und deren Ende von einer Rose in einer Vase auf einem Sideboard gekrönt ist. Eine Rose in einer Vase auf einem Sideboard. Ja - wir sprechen von einem Flugzeug. Sie stehen also da unten und denken, boah, wie muss das da oben wohl sein? Sie wissen es nicht und werden es auch nicht erfahren, denn oben, das ist im Airbus 380 die Luxusspielwiese, Business und First Class - No Go Area also für die meisten von uns.

Und damit ungeheuer verlockend. Diese kleine Vase, nun als Teil des Bausatzes zu erstehen, spricht da Bände. So fängt es an, das Abenteuer A380. Das Bausatz-Abenteuer, das damit endet, dass irgendwann der ganze Riesenvogel im Garten steht.

Keiner will mehr den A380 haben. Lieber Super-Airbus, wenn es denn so kommen sollte und Du deine Zukunft in Einzelteilen verdämmern musst - ich zumindest werde Dich in guter Erinnerung behalten. Denn während ich das schreibe, stehst Du schon als kleines Gussmodell hinter mir im Regal - irgendwo muss man ja anfangen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 14.06.2018 | 18:25 Uhr