Stand: 23.04.2019 20:48 Uhr

Ein Bier ist längst nicht mehr nur ein Bier

Am 23. April ist der Welttag des Bieres. Im Jahr 1516 wurde nämlich genau an diesem Tag das Reinheitsgebot für Bier verkündet. Aber Bier ist ja längst nicht mehr nur Bier, seit viele kleine Brauereien ganz unterschiedliche sogenannte Craftbiere anbieten. Und das auf eigenen Messen und Verkostungen, die man vor einigen Jahren nur von Wein oder vielleicht Whisky kannte.

Eine Glosse von Ocke Bandixen, NDR Info

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Bei den vielen verschiedenen Biersorten kommt man mit dem Ausprobieren gar nicht mehr hinterher.

Guten Tag, möchten Sie mal testen? Das ist hier KarlheinzKamikaze - ein mittelgehopftes, dunkles Helles mit weichem Schaum, ganz mild. Wird nur bei Vollmond abgefüllt. Das ist also ein Bier? Ja, Bier. Ich meine, wir sind hier ja schließlich bei einem Biertasting, da würde ich jetzt schon mal mit Bier rechnen, nicht. Vielleicht nicht das Helle, sondern hier die alte Rothaut, das ist dieses rotblonde obergärige, das wäre das hier.

So eine kannte ich auch mal, so eine Rotblonde, haha, und die war auch so obergärig, aber, lassen wir das. Was ist das da? Das ist ein Zwickauer Zwergen-Zwickel, hat so einen leichten Nachgeschmack von Knäckebrot und altem Kaffee, möchten sie mal? Ich hab auch schon drei Schädelspalter-Nachfalter drin, das ist so ein ganz dunkles, dunkelbraunes Dunkelbier. Jetzt hätte ich aber gern ein Bier. So ein ganz normales.

Bierglas, Bierflaschen und Getreide. © fotolia.com Foto: demarco

Auf ein Craftbeer ...

NDR Info - Auf ein Wort -

Am Welttag des Bieres kreisen alle Gedanken ums Bier. Das Angebot hat sich in den vergangenen Jahren durch die Craftbeer-Szene stark gewandelt. Ocke Bandixen bittet auf ein Wort.

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Ein Imperial Stout, hier drüben? Das ist auch ganz spannend, heißt "Rübezahls Rächer", und das drückt ein bisschen am Gaumen, hat dann aber feine Anklänge an rostige Fahrradwerkstatt und alte Wanderstiefel. Und dann hatte ich noch zwei Trainings-Lager. Ne? Verstanden, zum Üben. Ihr habt immer so Wortspiele, ihr Craftbeer-Fuzzis. Also, das finde ich nicht so lustig. Ich mag eigentlich auch lieber Weißwein. Schön kühl.

Dann habe ich hier vielleicht das richtige für Sie. Das ist bei den zweiten Hildesheimer Schmecktagen besonders gut angekommen: Hopfen und Malz verloren: Kreuzbergs Liebling. Wird im Krug gereicht. Ist ein bisschen kribbelig unter der Oberlippe. Also. Nee.

Sie haben Recht. Ist eigentlich auch komisch. Bier und Wein, lass das sein. Nur, abgucken können wir Brauer uns da schon viel. Dieses Probierenlassen, diese Markenbildung. Hier zum Beispiel der Ledernacken, riecht wie Schuhputzkiste, schmeckt aber wie Pumpernickel und Kaffeesatz. Und der Absatz läuft, wenn sie wissen, was ich meine. Nee.

Wir Craftbier-Leute reisen ja jetzt immer wie ein Wanderzirkus durchs Land und machen so auf cool. Bierbrau-Convention hier. Hopfenfest da. Und immer präsentiert von so coolen Typen mit Bart und Tattoos, dann sieht das gleich noch viel mehr so aus, als hätten wir echt Ahnung. Und stundenlang selbst am Braukessel gestanden.

Und dann noch die tollen Namen, die wir unseren Bieren geben: Das Stout, das sich nicht von alleine braut. Haha. Oder: Hopfmeister Flasch. Ich hatte ja davor schon zwei Schreckschoppen und ein Hopfehopfe-Reifer, das hat mir aber nicht so...

Nicht. Aber dann probieren Sie doch mal dieses Rauchbier aus dem mittleren schleswiger Land. Heißt "Hauwech - Norbert", das wird in alten Schweinekoben gerührt am offenen Stalltor, das ist ...

Also, ich weiß nicht. Dann ist aber vielleicht "Dunkelrunkel", das ist mit geraspeltem Süßholz, ganz karamellig-verspielt, aber im Nachgang holzig-faulig, so ein bisschen Schimmelcharme in der Zweitnote. Mögen nicht alle. Moment, das da ist gar nicht zum Probieren, das ist meins!

Ist aber gut! Was ist das? Schön fruchtig.Das? Das ist Apfelsaft. Lecker.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 23.04.2019 | 18:25 Uhr