Stand: 03.01.2018 17:30 Uhr

Donald twittert: Schlimmer geht's nimmer

Auf die Größe kommt es an. Oder nicht? Das Schicksal der Welt scheint derzeit an der Frage zu hängen, wer den Größeren hat: Donald Trump oder Kim Jong Un. Den größeren Knopf zum Abfeuern der Atomraketen, natürlich.

Eine Glosse von Georg Schwarte, ARD-Korrespondent im Hörfunkstudio New York

Mein Knopf ist viel größer. Ach Gottchen. Was haben wir gelacht. Aber wir hätten noch mehr gelacht, hätte unser Donald Dumpf getwittert: Mein Kopf ist viel größer. Jetzt haben wir also einen Schwachkopf mit einem Schwachknopf. Der so schwach ja nicht ist, weil er ja viel größer sein soll und auch viel besser funktioniert als der nordkoreanische Knopf.

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Nach eigener Aussage hat er einen großen und mächtigen Knopf: US-Präsident Donald Trump

Der Koreaner, zumal der nördlichere Koreaner, kann ja rein gar nichts. Nicht mal Knöpfe. Und sowieso. Make America great again. Sogar die Knöpfe werden hier größer. Nur die Köpfe scheinen immer kleiner zu werden.

Diät-Cola auf Knopfdruck

Dabei ist so ein Atomsprengknopf an sich eine ziemlich fürchterliche Sache. Aber meine Oma sagte immer: Die mit den kleinsten Händen haben die größten Knöpfe. Und der Schwachknopf im Weißen Haus hat eine Menge Knöpfe. Zum Beispiel einen roten. Den hatte Obama übrigens auch schon. Und Bushi. Auf ihrem Schreibtisch im Oval Office. Wenn Obama den drückte, kam der Butler und brachte grünen Tee. Bei Bushi gab‘s die Fernbedienung für das Baseballspiel.

Beim amtierenden Schwachknopf kommt Diet Coke. Der Mann, der den größten Knopf von allen hat, trinkt zwölf Dosen Diätbrause am Tag. Kein Wunder, dass es da schäumt im Kopf und im Knopf und überall sonst.

Politik aus dem Kinderfilm

Jetzt also der Krieg der Knöpfe. Das übrigens ist der Titel eines bezaubernden französischen Kinderfilms. Der Krieg der Knöpfe. Da ging es um zwei Kinderbanden, die sich bekriegten und dem unterlegenen Gegner jeweils die Hosenknöpfe abrissen, damit der anschließend mit hängenden Schultern und demütigend rutschenden Hosen zu Hause von der Frau Mama vermöbelt wird, wegen der fehlenden Knöpfe.

Donald Trump bei einer Rede am 7. November 2016 in Raleigh, North Carolina © imago/ZUMA Press

Trumps Tweets - von Köpfen und Knöpfen

NDR Info -

Mein Atomknopf ist größer als deiner: Mit diesem an Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gerichteten Tweet hat sich Donald Trump selbst übertroffen. Georg Schwarte bittet auf ein Wort.

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Nun schließen wir für einen klitzekleinen Moment die Augen und sehen im Kopf den Knopf, den der dicke Zündelkim dem amerikanischen Schwachknopf von der Hose reißt. Was für ein Fest das wäre. Der Krieg der dicken und dummen Knöpfe.

Respekt kann man sich nicht ertwittern

Aber französische Kinderfilme sind vermutlich nicht das Niveau für unseren Schwachknopf. Der hat's ja gern simpel und twittert sich um Knopf und Kragen. Mein Knopf ist größer und stärker. Und mein Knopf funktioniert, hat er getwittert. Der Knopf vielleicht. Der Kopf - nun ja.

Der amerikanische Komiker Stephen Colbert twitterte übrigens nüchtern zurück. 'Bitte, ich möchte mir Deinen Knopf gar nicht erst vorstellen und bitte, fang keinen Atomkrieg an, Du Schwachkopf.' 

Das ist mittlerweile der Ton hierzulande in den USA. Respekt vor dem Amt und für die Person muss sich - nicht erst seit der Schwachknopf über Knöpfe nachdenkt - sogar ein amerikanischer Präsident verdienen, ertwittern lässt er sich ganz offenkundig nicht.

Aber wie sagte schon der deutsche Großphilosoph Lothar Matthäus: Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken. Der nächste Tweet ist ja auch nur einen Knopfdruck weit entfernt. Und mit Knöpfen kennt sich Donald Dumpf ja bestens aus.               

Kommentar
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 03.01.2018 | 18:25 Uhr