Stand: 06.10.2017 17:37 Uhr

Forever Young in Entenhausen

In diesen Tagen werden Disneys Lustige Taschenbücher 50 Jahre alt - und mit ihnen auch die Welt von Entenhausen. Eine Welt, die vielen seit der Kindheit vertraut ist. Manche glauben sogar an sie. Udo Schmidt etwa - und der bittet auf ein Wort.

Eine Glosse von Udo Schmidt, NDR Info

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Die Cover der ersten und der 500. Auflage von Disneys Lustigem Taschenbuch.

Entenhausen ist immer eine Reise wert. Mein Credo seit langem und vor allem jeden Sommer. Mallorca, griechische Inseln, früher auch mal türkische Strände, schön und gut. Aber so richtig entspannen lässt es sich am besten in Entenhausen. Im Pfadfinderlager des Fähnlein Fieselschweif etwa oder in einem kleinen Boutique-Hotel mit Blick auf Dagoberts Geldspeicher. Wenn sie ganz still in ihrem Zimmer mit Blick auf den sagenhaften Reichtum des geizigen Erpels sitzen, dann hören sie es prasseln, das Geräusch, das anzeigt, dass Dagobert den Zylinder abgenommen hat und ein ausgiebiges Geld- und Goldbad nimmt.

Schon der erste Comic war eine Offenbarung

Entenhausen forever. Die Lustigen Taschenbücher haben mich persönlich mit dem Gewicht und der Bedeutung einer Bibel begleitet. Gut, zugegeben, dass mag jetzt manchen stören, der Glaube ist schließlich kein Entenwerk, aber da bitte schön müssen sie mit meinen Eltern reden. Die hatten gegen die Vergötterung Donalds, Dagoberts und natürlich auch Daisys nichts einzuwenden und nun ist mein Glaube an das Gute in Entenhausen fest eingegraben. Gefestigt eben.

Buchcover vom Sonderheft 50 Jahre Donald Duck. © NDR

Der Glaube an Entenhausen

NDR Info - Auf ein Wort -

In diesen Tagen werden Walt Disney's "Lustige Taschenbücher" fünfzig Jahre alt - und mit ihnen auch die Welt von Entenhausen. Udo Schmidt bittet auf ein Wort.

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Nehmen wir mal den "Kolumbusfalter". Band 1 der Taschenbücher und gleich eine, na, Offenbarung! Donald fährt mit seinem wunderschönen roten Cabrio, mit dem er auch gerne Daisy zum Picknick ausführt, falls sie einwilligt und Donalds Benzinkreuzer reichen. Donald fährt zur Tankstelle und der Tankwart schaut ihn entgeistert an: "Sie haben noch einen Benzinmotor? Den hat man doch schon seit 1980 nicht mehr." Sagt der Mann in einer Entenhausen-Geschichte, die im Jahr 2001 spielt, im Taschenbuch "Der Kolumbusfalter" aus dem Jahr 1967. Noch Fragen? Ist das Vorhersehung oder nicht? Nicht ganz, um ehrlich zu sein, denn der Tankwart erklärt dem sprachlosen Donald, dass man doch schon lange mit Atomkraftstoff fahre. Nun gut, vielleicht doch lieber Diesel.

Donald, du bist mir der Liebste!

Trotzdem, der Kolumbusfalter brachte mich damals zum Schweben. Und wenn Donald in Dagoberts Büro im Kreis lief, "Oh Gott, Oh Gott, ich armes Würstchen, oh dräuend Ungemach" jammernd und damit dem reichen Onkel die lastenden Sorgen für nur wenige Kreuzer abnehmend, bis es endlich fürs Benzingeld zum Picknick  reichte, wenn Donald so jammerte, war die beklagenswerte Ente mir die nächste, die, die ich innig liebte. Liebe Deine Ente.

Wenn ich den nächsten Urlaub in Entenhausen verbringe, dann natürlich am besten in Donalds Haus. Airbnb ist in Entenhausen meines Wissens noch nicht verboten und so nah an die Errungenschaften des Fähnlein Fieselschweif komme ich nie wieder. Ich schreibe ihm später mal eine Nachricht auf Faceduck.

50 Jahre, und Entenhausen ist so schön wie am ersten Tag!

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 06.10.2017 | 18:25 Uhr