Stand: 08.03.2019 11:55 Uhr

Die Barbie-Puppe zeigt sich wandlungsfähig

Sie hat vor allem Mädchen auf der ganzen Welt in den vergangenen 60 Jahren begeistert: die Barbie-Puppe. Zwar zeigt die wohl berühmteste Puppe der Welt noch immer keine Alterserscheinungen. Dennoch hat sie sich doch sehr verändert.

Eine Glosse von Claudia Sarre, NDR Info

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Die Barbie-Puppe gibt es heute in fast allen Formen und (Haar-)Farben.

Ein Haus, ein Auto, ein Pferd. Barbies Welt ist rosarot. Wohl kaum jemand kann sich über so viel Luxus und Erfolg in ihrem Leben freuen wie Barbie. Barbara Millicent Roberts, wie die kurvenreiche Blondine eigentlich richtig heißt, besitzt zudem einen perfekten, alterslosen Körper: endlos lange Beine, sexy Kurven und eine glänzende, meist blonde Mähne. Ganz zu schweigen von ihrer extravaganten Garderobe: teure Highheels, Designer-Kleider und knapp sitzende Badeanzüge -  oft maßgeschneidert und immer der letzte Schrei!

In den vergangenen sechs Jahrzehnten bekam Barbie mühelos die besten Jobs - erst Stewardess oder Krankenschwester, später im Zuge der Gleichberechtigung auch Astronautin oder Rennfahrerin. 1992 wurde sie sogar US-Präsidentin im Weißen Haus - lange bevor Hillary Clinton für das Amt kandidierte. Barbies glamouröses Leben wurde etliche Male verfilmt. Kein Wunder also, dass die Blondine zum Idol von Generationen kleiner Mädchen wurde.

Eine Barbie-Puppe steht in einem Museum vor einem Bücherregal. © dpa picture alliance Foto: Ole Spata

Eine Barbie altert einfach nicht

NDR Info - Auf ein Wort -

Die wohl berühmteste Puppe der Welt feiert runden Geburtstag: Barbie wird 60 Jahre alt. Alterserscheinungen zeigt sie aber nicht. Claudia Sarre bittet auf ein Wort.

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Als die Barbie heimlich in Haus kam ...

Keine unförmige Schlummerle mit kahlem Kopf und Klappaugen, die man füttern, wickeln oder im Puppenwagen umherschieben musste, sondern eine hochbeinige Anzieh-Puppe, mit der man die Welt der Erwachsenen nachspielen konnte. Barbie  war cool, sexy - und keineswegs so blöd wie viele Kritiker behaupteten. Früher durften viele kleine Mädchen - ich auch - keine Barbie-Puppe haben. Galt sie doch bei Frauenrechtlerinnen als "blondes Dummchen mit überzogenen Maßen", das Magersucht fördere und daher pädagogisch wertlos sei.

Ich habe mir damals heimlich eine Barbie vom Taschengeld gekauft. Und ging fortan völlig in der Welt von Barbie auf: Das erste Barbiehaus war selbstgebastelt aus Pappe. Erst später kamen die dreistöckige Barbie-Villa in Pink, der Pool und der Sportwagen hinzu. Irgendwann erschien Ken, der Barbie-Mann, auf der Bildfläche. Dann gab es im Kinderzimmer romantische Hochzeiten, aber auch Eifersuchtsszenen! Ganz wie im wirklichen Leben. Was machte es da schon, dass den Barbie-Puppen im Eifer des Gefechts manchmal die Köpfe abgerissen wurden, oder kleine Brüder ihnen mit Filzstift Bärte in die makellosen Gesichter malten ...

Am Puls der Zeit

Die Superfrau mit den Idealmaßen ist bis heute am Puls der Zeit. Diversität und Inklusion sind für sie kein Fremdwort. Schon früh - 1968 - gab es sie als  Afro-Amerikanerin, später als Rollstuhl-Barbie und heutzutage als Muslimin mit Hidschab. Barbie ist also keineswegs ein zu Fleisch - pardon: Plastik - gewordener Blondinenwitz, wie manche Spötter behaupten.

Auch mal mit schlecht sitzendem Jackett

Übrigens wurden die üppigen Kurven der Barbie vor ein paar Jahren ganz im Sinne der Political Correctness entschäft. Sie ist jetzt flachbrüstiger und hat breitere Hüften. Und es gibt sogar eine Barbie, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nachempfunden ist. Mit praktischer Kurzhaarfrisur und schlecht sitzendem Jackett. Übertriebene Schönheit und sexy Ausstrahlung kann man Barbie nun also wirklich nicht mehr vorwerfen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 08.03.2019 | 18:25 Uhr