Stand: 15.08.2019 06:47 Uhr

Standpunkte: Meinungen aus deutschen Medien

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im zweiten Quartal leicht zurückgegangen. Das betraf vor allem die Exporte. Als Gründe gelten internationale Handelskonflikte und eine gebremste Weltkonjunktur.

Die "Welt" aus Berlin verlangt mehr Engagement der Bundesregierung, um dem Trend entgegenzusteuern:

"Eine Rezession ist womöglich schon im Gange - was Wirtschaftsminister Altmaier nicht daran hindert, von einer 'robusten' Binnenkonjunktur zu träumen und zu schwärmen, im jüngsten Minusquartal sei 'die zweithöchste Wirtschaftsleistung in der Historie der Bundesrepublik' erbracht worden. Wer dann noch die Bemühungen der SPD beobachtet, Steuererhöhungsfantasien zu ihrem Markenkern zu machen, ahnt: An dem konjunkturpolitischen Sitzstreik wird sich wieder erst etwas ändern, wenn es schon zu spät ist."

Auch die "Frankfurter Rundschau" fordert ein Eingreifen des Staates:

"Und zwar mit einem mindestens auf fünf Jahre angelegten Programm zum Ausbau der Infrastruktur. Das wäre erheblich mehr als nur ein Stimmungsaufheller. Vielmehr können nur so die Klimaschutzziele erreicht, die Wohnungsnot in Städten bekämpft und schnelles Internet überall zur Verfügung gestellt werden. Zudem sind die Finanzierungsbedingungen so gut wie nie. Und: Ganz nebenbei macht sich Deutschland fit für die Zukunft."

Die "Badische Neueste Nachrichten" aus Karlsruhe fordert eine Abkehr von der Politik der schwarzen Null:

"Das bedeutet aber nicht, dass die Antwort auf alle Fragen Finanzspritzen lautet. Vielmehr müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter denen es sich wieder besser wirtschaften lässt. Der Ausbau der digitalen Infrastruktur oder höhere Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung sind nur zwei Beispiele."

Ein anderes Thema: Die Lage in Hongkong bleibt angespannt. Nach massiven regierungskritischen Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei am Flughafen der Sonderverwaltungszone verglich die chinesische Regierung gewaltbereite Demonstranten mit Terroristen.

Nach Ansicht der "Volksstimme" aus Magdeburg wird sich China aber zurückhalten:

"Im Zeichen einer stagnierenden Wirtschaft im Land und des Handelskriegs mit den USA wird Chinas Staatspräsident Xi die Folgen bedenken müssen. Auch Europa würde sich im Fall eines Einschreitens in Hongkong gegen China stellen. Neue Problemherde würden in China entstehen. Unzufriedene Menschen könnten sich mit dem Hongkong-Virus infizieren. Das kann nicht im Interesse von Xi sein."

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" schreibt:

"Schon die Niederschlagung der Demokratiebewegung im Juni 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens blieb hierzulande ein Thema für Spezialisten. Der deutsche Mann auf der Straße sagt: China ist weit weg. Der deutsche Manager in der Chefetage sagt: Die Geschäfte gehen vor. Und die chinesische Führung sagt: Alles, was wir tun, dient einer guten Sache, dem Fortschritt, allerdings einem kollektiven."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 15.08.2019 | 06:27 Uhr

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