Zwischen Hamburg und Haiti

Das Gold der Todesküste

Donnerstag, 10. Mai 2018, 09:30 bis 10:00 Uhr, NDR Info

Eine Landschaft mit Meer und Grün an der Küsten von Galicien © NDR / Tilo Wagner

Entenmuschelsammler an Galiciens Todesküste

NDR Info - Zwischen Hamburg und Haiti -

Mutige Männer sammeln an den Felsen im flachen Atlantikwasser vor Galicien Entenmuscheln. Eine inzwischen sehr teure Delikatesse, die jährlich in Spanien gefeiert wird.

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Eine Sendung von Tilo Wagner

In einer Lagerhalle im Hafen von Corme stehen riesige Blechtöpfe auf einem langen, ebenerdigen Gaskocher. Im Salzwasser brodeln Muscheln, und zwar ganz besondere: rot-schwarz schimmernde Entenmuscheln. Das Köpfchen mit dreieckigen, ineinander verkeilten Schalen sitzt auf einem muskelartigen, dunkelroten Stiel. "Percebe" nennen die Menschen im Nordwesten Spaniens diese Art der Rankenfußkrebse, die an den Felsen in der Brandungszone des Atlantiks leben. Und in Corme, einer 1.200-Seelen-Gemeinde an der galizischen Küste Costa da Morte, feiern die Fischer im Sommer ein großes Entenmuschel-Fest.

Gold der Todesküste - Percebes in Galicien

Percebe: Lockmittel für Völker aus ganz Europa

Das fruchtbare Land und die reichhaltigen Fischgründe vor der Küste haben Völker aus ganz Europa nach Galicien gelockt: Nach den Römern kamen die Sueben, später die Westgoten und die Mauren. Über die Jahrhunderte bildete sich in der abgelegen Region eine eigenständige Sprache und Kultur heraus.

Galicien blieb Teil des Königreichs León

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Die Entenmuschelsammler treffen sich in der Fischhalle von Malpica und unterhalten sich über ihren Arbeitstag.

Die natürlichen Grenzen spielten dabei eine wichtige Rolle: Im Norden und Westen der Atlantik, im Osten die karge Bergkette mit dem über 2.100 Meter hohen Peña Trevinca, im Süden der längste Fluss Galiciens, der Rio Miño. Die Galicier pflegten Jahrhunderte lang enge Beziehungen zu den Bewohnern des heutigen Nordportugals. Doch im 12. Jahrhundert folgte die politische Trennung: Portugal wurde unabhängig, Galicien blieb Teil des Königreichs León und wurde später der kastilischen Krone unterstellt. Der weiche Klang der galicischen Sprache erinnert aber noch heute an die kulturelle Nähe zum Portugiesischen.

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