Stand: 23.10.2018 15:51 Uhr

Zu Hause liegt das Geld am sichersten

Bargeld bedeutet Sicherheit, meinen viele Deutsche laut einer neuen Umfrage. Und dieses Bargeld bewahren sie gerne zu Hause auf. Jeder vierte Sparer versteckt sein Geld in den eigenen vier Wänden. Geeignete Verstecke gibt es dort so einige ...

Eine Glosse von Detlev Gröning

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Wer seinen Geldschatz zu Hause aufbewahrt, kann ihn auch öfter mal durchzählen.

Damals, als Zivildienstleistende in der häuslichen Betreuung alleinstehender Senioren, hegten wir einen absurden Verdacht, für den ich mich noch heute was schämen sollte: Nachgerade bösartig unterstellten wir, dass die Führung unseres mobilen Hilfsdienstes bei Nacht und Nebel die Wohnungen jener frisch Verblichenen aufsucht, denen Kriege, Inflation, Schwarze Freitage und Währungsreformen nicht nur die eisernen Reserven, sondern auch jegliches Vertrauen in Bankkonten geraubt hatten.

Da galt es dann im Rahmen der bevorstehenden Haushaltsauflösung, Kuhfuß, Stemmeisen und Malerspachtel an neuralgischen Stellen anzusetzen, bevor es die Erbschleicher aus Karlsruhe oder Baden-Baden durch den Elbtunnel geschafft haben. Im Wettlauf gegen die Zeit waren Matratzen, Bodenvasen und Bettwäsche schnell gecheckt - aber was hat es mit dieser seltsamen Verdickung unter der Tapete auf sich, der auffällig lockeren Türschwelle und dem hohlen Geräusch beim Abklopfen des Mauerwerks?

Euro-Scheine © dpa Foto: Michael Rosenfeld

Wenn der Kühlschrank zur Schatzkammer wird

NDR Info - Auf ein Wort -

Bargeld bedeutet Sicherheit, meinen viele Deutsche laut einer neuen Umfrage. Und dieses Bargeld bewahren sie gerne zu Hause auf. Detlev Gröning bittet auf ein Wort.

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Unsere verwegene Schatzinsel-Fantasie kam nicht von ungefähr, machte uns doch schon Ede Zimmermann bei "Aktenzeichen XY .... ungelöst" auf enorme Bargeldbestände aufmerksam, die einer als Stromableser verkleideten Diebesbande aus dem Raum Ungarn beim Durchwühlen der Käfigstreu unter einem Goldhamster in die gierigen Hände fielen.

Diese Zeiten sind mitnichten vorbei. Bis auf den heutigen Tag ist der Deutsche auf unermüdlicher Suche nach originellen Verstecken für ansehnliche Geldbündel, die ihm ein Gefühl von existenzieller Sicherheit vermitteln. Durchschnittlich lagern 2.500 Euro in bar mehr oder weniger griffbereit irgendwo in der Wohnung. Abgesehen von der Frage, warum jemand sein häusliches Geldversteck bei einer Umfrage preisgibt, ist mir schleierhaft, warum heute ausgerechnet der Kühlschrank zur Schatzkammer avanciert ist. Vermutlich hat wieder mal irgendein Börsenreporter was von überhitzten Finanzmärkten erzählt.

Darüber hinaus rätselt die Bundesbank über den Verbleib von 13 Milliarden D-Mark. Sagen wir mal: Eine davon befriedigt nostalgische Sehnsüchte in Vitrinen und Bilderrahmen, aber der Rest wartet in stillgelegten Schornsteinen, hinter Wandvertäfelungen, unter Bodenbelägen und mächtigen Laubbäumen auf seinen glücklichen Finder.

Und darum begleitet mich bei meiner Altbausanierung immer auch ein kleiner Nervenkitzel. Als nächstes soll ich im Dachgeschoss 100 Jahre alte Dielenbretter aushebeln. Sicher, vor allzu hohen Erwartungen sollte man sich tunlichst hüten, aber: Zwölf Milliarden sind noch im Jackpot! Nur eine einzige davon würde mir ja schon reichen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 23.10.2018 | 18:25 Uhr

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