Ein Autozug der Deutschen Bahn fährt über den Hindenburgdamm zwischen Sylt und Niebüll. © picture alliance / dpa Foto: Bodo Marks

Pendlerverkehr auf der Marschbahn ruckelt weiter

Stand: 05.02.2021 10:23 Uhr

So richtig rund läuft es noch nicht auf der Schiene zwischen dem Festland und Sylt. Dieses Fazit zieht die Pendlerinitiative nach einer Woche mit zusätzlichen Zügen.

Seit Montag werden auf der Marschbahnstrecke zwei zusätzliche Pendlerzüge eingesetzt. Damit soll der Pendlerverkehr in der Pandemie entzerrt werden. Einer fährt um 7.16 Uhr von Niebüll nach Westerland und von dort einer um 16.39 Uhr (freitags bereits um 13.54 Uhr) auf das Festland. Das sind die Zeiten, die von Pendlern stark genutzt werden.

Woche startete mit technischen Problemen

Am Montag ging es mit einer Weichenstörung in Lehnshallig auf halber Strecke zwischen Sylt und Niebüll los. Dadurch fielen Züge entweder ganz aus oder verspäteten sich. "Das hat sich dann am Dienstag fortgesetzt", sagt Achim Bonnichsen von der Pendlerinitiative. Am Dienstagmittag war die Weichenstörung behoben. Nach Bahnangaben war ein Antriebsmotor defekt, der ausgetauscht wurde. Am Mittwoch hatte sich der Verkehr einigermaßen normalisiert - am Abend fielen aber erneut Züge wegen Signalstörungen aus. "Das hat die zusätzliche Verbindung aber gut kompensiert", sagt Achim Bonnichsen. Er gibt aber auch zu bedenken, dass momentan durch die Pandemie weniger Pendler als sonst üblich auf der Strecke unterwegs sind.

Zusatzangebot Reiselenker

Neben den zusätzlichen Zügen sind seit Montag auch drei sogenannte Reiselenker zwischen 5.30 und 12 Uhr in Niebüll auf dem Bahnsteig unterwegs. Sie sollen Pendler unter anderem auf die Zusatzzüge hinweisen und dafür sorgen, dass sich die Fahrgäste gleichmäßig auf die Wagen der Züge verteilen. Was den Einsatz der Reiselenker angeht, ziehen Pendlerinitiative und Deutsche Bahn ein unterschiedliches Fazit. Die Pendler finden, dass den Reiselenkern Informationen fehlen, etwa darüber, in welchen Wagen noch Platz ist. Außerdem würden sie nicht auf die Ausweichzüge hinweisen. Die Deutsche Bahn sieht das anders. Eine Sprecherin sagte NDR Schleswig-Holstein: "Die Reiselenker können nur Informationsangebote machen. Das tun sie. Aber die Pendler müssen natürlich selbst entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder nicht." Die Reiselenker sollen zunächst bis Ende nächster Woche im Einsatz sein.

Noch Luft nach oben bei Auslastung

Was die Auslastung der Zusatzzüge angeht, sei sicher noch Luft nach oben, so die Bahnsprecherin. Sie appellierte auch an die Eigenverantwortung der Fahrgäste, sich in den Zügen besser zu verteilen. Generell laufe der Verkehr aber gut, heißt es mit einem Verweis auf die Pünktlichkeitsquote vom Januar, die laut Bahn bei 91 Prozent liegt.

 

Weitere Informationen
Eine Regionalbahn der Deutschen Bahn steht im Bahnhof "Westerland (Sylt)" auf der Nordseeinsel Sylt. © dpa picture alliance Foto: Daniel Bockwoldt

Marschbahnstrecke: Weiter dichtes Gedränge

Sonderzüge zwischen Sylt und dem Festland sollen seit Montagmorgen für Entspannung im Pendlerverkehr sorgen. Doch die Pendler sind weiter frustriert. mehr

Ein elektronischer Fahrtzielanzeiger mit der Überschrift "Westerland/Sylt" hängt bei Dunkelheit an einem Bahnsteig. © NDR

Marschbahnstrecke: Jeden Morgen drei zusätzliche Fahrten

Verkehrsminister Buchholz und die Deutsche Bahn haben zusätzliche Verbindungen zwischen Sylt und dem Festland angekündigt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.02.2021 | 08:00 Uhr