Gäste sitzen in einem Café am Timmendorfer Strand auf der Außenterrasse.  Foto: Christian Charisius

Draußen im Café sitzen: Ein Stück Normalität in SH zurückgekehrt

Stand: 16.04.2021 17:06 Uhr

Die Sonne scheint, vor Restaurants und Cafés stehen wieder Stühle und Tische oder Strandkörbe, Gäste genießen Tee oder Kaffee, Prosecco oder Bier. Nirgends ist es brechend voll, darf ja nicht, aber ein bisschen Normalität kehrt zurück ins öffentliche Leben.

Nicht überall, aber in vielen Städten und Kreisen erlauben es die aktuellen Inzidenzwerte, dass Restaurants, Cafés und Biergärten seit Montag ihre Terrassen öffnen und Gäste empfangen dürfen. Voraussetzung ist ein entsprechendes Hygienekonzept, aber das haben längst fast alle Gastronomen in der Schublade. Und auch wenn die Temperaturen noch nicht so richtig mitspielen: Viele Gäste haben sich davon offenbar nicht abschrecken lassen und genießen dieses Stück wiedergewonnene Freiheit in vollen Zügen. Zumal seit Tagen oft die Sonne scheint. Für die Gastronomen ist die Öffnung ihrer Außenbereiche ein kleiner Lichtblick, mehr aber nicht.

Viele Gäste, viele Anfragen

Es läuft recht ordentlich, meint zum Beispiel Wulf Jesse, der auf der Prinzeninsel in Plön als Restaurant-Betriebsleiter arbeitet. Seine knapp 20 Tische draußen sind gut besucht, auch der rund 2 Kilometer lange Fußmarsch zur Prinzeninsel schreckt seine Gäste in Corona-Zeiten nicht ab. Ähnlich sieht es in Niendorf an der Ostsee aus, wo Michael Ritter seine "Strandküche" Mitte der Woche geöffnet hat. Auch er berichtet von vielen Gästen und Anfragen zum Beispiel auch von Stammgästen aus Hamburg. Seine Hauptmotivation zu öffnen ist: "Endlich raus aus dem Lockdown-Trott".

"Erinnert an alte Tage vor Corona"

So oder mit anderen Worten hört es Frank Denker vom Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Lübeck in diesen Tagen immer wieder von seinen Kolleginnen und Kollegen: "Das erinnert dann an alte Tage, damals 2020 oder 2019, das waren noch Zeiten", lächelt Denker. "Also, psychisch ist die Öffnung der Außengastronomie schon unheimlich wichtig, erstmal für den Betreiber, und ich glaube, auch der Gast weiß das zu schätzen." Trotzdem ist allen klar: Ein paar Tische, auch wenn es mal einige Dutzend sind, bringen noch lange nicht einen Umsatz, der ein wirtschaftliches Arbeiten ermöglicht. Deshalb öffnen manche Gastronomen ihre Terrassen trotz Erlaubnis nicht.

Möglicher erneuter Lockdown als "Damoklesschwert"

Wer sich in diesen Tagen in ein Café oder Restaurant setzt, muss vielerorts mit einer abgespeckten Speisekarte rechnen, und auch damit, dass mal ein Gericht ausverkauft ist. Denn zurzeit planen Gastronomen oft nur von Tag zu Tag. Zu groß ist die Sorge, dass ein weiterer harter Lockdown kommen könnte, womöglich bundesweit.

Weitere Informationen
Ein aus Holz gefertigtes Schild mit der Aufschrift "Reserviert": © Andrea Schmidt

Neue Corona-Verordnung: Die Auflagen für Außengastronomie

Die Außengastronomie in Schleswig-Holstein darf wie angekündigt ab Montag unter strikten Auflagen öffnen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.04.2021 | 17:00 Uhr