Stand: 14.09.2020 08:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Neuland in Zahlen - wie MV sich verändert hat

Als 1990 das neue Bundesland Mecklenburg-Vorpommern entsteht, ist vielen noch nicht klar, wie es weitergehen kann. Wohin wird sich der Nordosten im neuen vereinten Deutschland entwickeln? Bleiben die Mecklenburger und Vorpommern in ihrer Heimat oder zieht es sie fort? Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt? Und welche Unternehmen werden sich durchsetzen? 30 Jahre später geben Statistiken Antworten auf diese Fragen. Sie zeigen, wie sich das "Neuland" Mecklenburg-Vorpommern seit 1990 gewandelt hat.

Alle ostdeutschen Bundesländer haben in den vergangenen 30 Jahren massiv Einwohner verloren - im Schnitt waren es insgesamt 15 Prozent. Im gleichen Zeitraum verbuchten die westdeutschen Länder ein Plus von 9 Prozent. Das liegt auch an der Abwanderung: In Mecklenburg-Vorpommern verließen weit über die Wendejahre hinaus mehr Menschen das Land als hinzuzogen. Der so genannte Wanderungssaldo zeigt diese Differenz zwischen den Zuzügen und den Fortzügen: Bis 2012 fällt er in fast allen Jahren negativ aus. Erst seit 2013 ziehen wieder mehr Menschen in den Nordosten als ihn verlassen. 

Die Daten zeigen, dass diese Bilanz je nach Region sehr unterschiedlich ausfällt. So hat der heutige Landkreis Rostock zwar Einwohner verloren - allerdings insgesamt nur 707. An der Mecklenburgischen Seenplatte waren das insgesamt mehr als 77.0000 Menschen. Auch Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen - und damit der Osten des Landes - waren von der Abwanderung deutlich stärker betroffen als der Westen.

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Key Visual des Projekts "Wir Ostdeutsche"

Interaktives Dossier: Daten, Zusammenhänge, Analysen

Ost und West sind seit 30 Jahren geeint. Der Datenabgleich im interaktiven Dossier aber zeigt: Große Unterschide sind geblieben - eine Analyse aus ostdeustcher Sicht. extern

Die Menschen in Ostdeutschland sind in den vergangenen 30 Jahren nicht nur weniger sondern auch deutlich älter geworden. In den neuen Bundesländern lag das Durchschnittsalter 1990 bei 38 Jahren, mittlerweile ist es auf 46 Jahre angestiegen. Auch in dieser Frage zeigen die Daten einen Unterschied zwischen Mecklenburg und Vorpommern: Im Osten das Landes hat der Anteil der Rentner an der Bevölkerung noch stärker zugenommen als etwa in Westmecklenburg und Ludwigslust-Parchim. Eine Ausnahme: Die Landeshauptstadt Schwerin. Auch hier sind heute deutlich mehr Menschen als noch 1990 älter als 65 Jahre.

Umgekehrt zeigt die Statistik: Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Bevölkerung ist stark geschrumpft. Im Schnitt sind es 10 Prozentpunkte weniger als noch 1990. Auch hier wird klar: Vorpommern ist von der Überalterung noch etwas stärker betroffen als Mecklenburg.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.09.2020 | 08:00 Uhr