Abrax Kadabrax: Ein sozialer Zirkus für alle

Sendedatum: 30.11.2020 22:45 Uhr

Für viele Hamburger Kinder im Osdorfer Born ist die Zirkusschule die einzige Freizeitaktivität der Woche, eine spannende Abwechslung zur engen Wohnung.

von Gesa Berg

Farbenfroh steht er da: Mit seinen Projektzelten, den Zirkuswagen, dem Zirkuscafé und den Werkstätten ist Abrax Kadabrax ein Hingucker und soziales Kleinod im Hamburger Stadtteil Osdorfer Born. Seit zehn Jahren bildet hier das zirkuspädagogische Projekt eine kleine kulturelle Oase. Viele Familien erleben tagtäglich Armut mit all ihren verschiedenen sozialen Benachteiligungen, im Vergleich zu anderen Hamburger Stadtteilen ist die Arbeitslosigkeit mehr als doppelt so hoch. Die Folgen: Armut und Benachteiligung, die auch schon die Kinder treffen. Der Mitmach-Zirkus und seine engagierten Mitarbeiter*innen geben ihnen Halt, Anerkennung und Selbstvertrauen. Doch seine Finanzierung steht jedes Jahr wieder auf der Kippe, das Projekt finanziert sich komplett durch Förderprogramme, Spenden und Stiftungen.

Von Jonglage über Clownerie bis Akrobatik

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Bei Abrax Kadabrax sind alle willkommen. Ein professionelles Team betreut jährlich circa 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In den Projekten wird miteinander und voneinander gelernt. Die Teilnehmenden können alle klassischen Zirkusdisziplinen von Jonglage über Clownerie, Luftartistik und Akrobatik erlernen und vor einem Publikum im Zirkuszelt präsentieren. Die kostenfreien Angebote sind geöffnet für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Menschen mit und ohne Behinderung.

Zirkuspädagogik fördert die Persönlichkeitsentwicklung, das Körperempfinden und den Teamgeist. Ausdauer und Konzentration werden auch geschult. Für Kinder, deren Freizeitgestaltung häufig digital stattfindet, ist dies eine schöne Abwechslung. Hier können sie sich ausprobieren, im Training werden alle ihre Sinne angesprochen und sie erleben ein gutes Miteinander.

Zirkuskurse an Schulen

Abrax Kadabrax hat auch langjährige Erfahrungen in der Kooperation mit Schulen, ob Projekttage, Zirkuswochen oder Zirkuskurse. Das Regionale Bildungs-und Beratungszentrum Altona West (ReBBZ) geht beispielsweise mit einer Gruppe 9. und 10. Klässler*innen regelmäßig zur Zirkusschule. Am Ende des Schuljahres wird ihr Können im großen Vier-Mast-Zelt aufgeführt. Ins ReBBZ gehen Schülerinnen und Schüler, die in den Regelschulen gescheitert sind oder besondere Förderung benötigen.

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 30.11.2020 | 22:45 Uhr