Stand: 10.12.2019 19:16 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

"Sheriff Uwe" sammelt 50.000 Euro für krebskranke Kinder

Vor vielen Jahren hat Uwe Göllner - besser bekannt als "Sheriff Uwe" - sein Herz an die Countryszene verloren. Seitdem macht der 68-Jährige aus dem Kieler Stadtteil Dietrichsdorf keine halben Sachen. Er trägt eine schwarze Lederjacke mit langen Fransen, einen Sheriff-Stern als Gürtelschnalle und einen echten Cowboy-Hut. Letzteres hat ihm ein Freund aus den USA mitgebracht. Ohne den Hut geht er nie aus dem Haus - er ist sein Markenzeichen. Nicht nur in seinem Heimatort kennen viele den unruhigen Ruheständler, der sich seit mehr als elf Jahren für die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein engagiert. Die "Country- und Line-Dance-Gruppe Kiel" wurde schon mehrfach für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet - und sie waren sogar schon beim Bundespräsidenten eingeladen.

"Sheriff Uwe" - nur echt mit Cowboyhut

Line-Dancer unterstützen Projekte für krebskranke Kinder

In den vergangenen elf Jahren haben "Sheriff Uwe" und seine Line-Dancer mehr als 50.000 Euro für die Krebsgesellschaft gesammelt. Bei ihren Auftritten verzichten sie auf eine Gage und bitten stattdessen um Spenden. Bei 15 bis 20 Auftritten pro Jahr kommt einiges zusammen. "Wir sind keine Ärzte oder Professoren, wir können die Kinder nicht heilen. Aber mithilfe der Spenden können wir Projekte unterstützen, die sie aus ihrem grauen Alltag rausholen und ein bisschen ablenken", sagt "Sheriff Uwe", dem es besonders am Herzen liegt, krebskranke Familien und besonders Kinder zu unterstützen.

Die Tänzer marschieren mit großen Flaggen in den Saal

Heute steht ein Auftritt auf der Weihnachtsfeier des Sparclubs Raisdorf im Hotel Rosenheim in Schwentinental an. Kurz vor dem Auftritt bespricht "Sheriff Uwe" den Ablauf mit Simone Klar aus Schönkirchen. Während der 68-Jährige die Termine organisiert und sich bei den Auftritten um die Musik kümmert, koordiniert Simone Klar die zwölf Tänzerinnen und Tänzer. Mit großen Flaggen marschiert die Formation zu dem Song "Apache" in den Festsaal des Hotels ein. Während die Tänzerinnen und Tänzer sich aufstellen, begrüßt "Sheriff Uwe" das Publikum und kündigt den ersten Tanz an.

"Das muss ihm erst mal jemand nachmachen"

"In der Countryszene sind wir alle gleich per Du und alle auf einer Wellenlänge", erklärt der Kieler die Faszination für sein Hobby. Events und Auftritte für den guten Zweck zu veranstalten, da hänge sein Herzblut dran, ergänzt er. Auch seine Mittänzerinnen und Mittänzer können das bestätigen: "Sheriff Uwe" müsse ständig irgendwas organisieren, was er auf die Beine gestellt habe, sei schon beachtlich, meinen sie. Das müsse ihm ja erst mal jemand nachmachen. Er sei außerdem ein Kumpeltyp, mit ihm könne man jede Menge Spaß haben.

Mehr als 300 Euro an einem Abend

Während die Line-Dancer ihre Choreografien vorführen, verteilt "Sheriff Uwe" Prospekte im Saal. Die Spenden des Auftritts sollen an ein Projekt gehen, dass es krebskranken Kindern durch eine Art mobilen Computer ermöglicht, auch aus dem Krankenhaus heraus mit ihren Mitschülern in Kontakt zu bleiben. Nach rund acht Tänzen und einer halben Stunde geht ein Coybowhut durch die Reihen - und die Mitglieder des Sparclubs zeigen sich großzügig. Mehr als 300 Euro kommen für den Auftritt der Line-Dancer zusammen, die direkt an die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein gehen. "Sheriff Uwe" und seine Mitstreiter sind überglücklich: "Wir sind richtig von den Socken. Das ist jetzt schon wie Weihnachten", freut sich der 68-Jährige.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein von 10 bis 2 | 09.12.2019 | 11:20 Uhr