Stand: 21.09.2009 12:09 Uhr  | Archiv

Die "Cap San Diego" kehrt zurück

Der ehemalige Stückgutfrachter Cap San Diego im Abendlicht des Hamburger Hafens
Die "Cap San Diego" liegt heute im Hamburger Hafen und kann besichtigt werden.

Die Heimkehr der "Cap San Diego" in die Hansestadt löst am 31. Oktober 1986 einen wahren Besucheransturm aus. Tausende Hamburgerinnen und Hamburger pilgern an die Elbe, um das Schiff zu begrüßen. Begleitet von den Fontänen der Löschboote und den Sirenen der Polizeiboote fährt der Frachter in den Hafen ein und macht an der Überseebrücke fest. Mittlerweile ist das Schiff aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. "Für die Hamburger gehört das Schiff inzwischen zur Stadt wie der Michel", sagt der Geschäftsführer der Stiftung Hamburger Admiralität, Matthias Dietrich.

Jährlich kommen etwa 100.000 Besucher auf das größte fahrtüchtige Museumsschiff der Welt, das im Frühjahr 2006 im Dock 10 der Werft Blohm + Voss zum letzten Mal generalüberholt wurde. Die Werftarbeiten und das Leben auf dem Schiff in den vergangenen 45 Jahren dokumentierten die Fotografen Christoph Engel und Knut Gielsen in dem neu erschienenen Bildband "Cap San Diego".

"Weißer Schwan des Südatlantiks"

Hamburgs ehemalige Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (l.) und Henning Voscherau auf der "Cap San Diego" © dpa/Picture-Alliance
Hamburgs ehemalige Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (l.) und Henning Voscherau auf der "Cap San Diego", 2006.

Im Dezember 1961 war der Frachter in der Hamburger Werft AG vom Stapel gelaufen. In den folgenden Jahren fuhr der "Weiße Schwan des Südatlantiks" wie seine fünf Schwesternschiffe mehr als 120 Mal im Dienst der Reederei Hamburg Süd auf der Route nach Südamerika. Ende 1981 verkaufte Hamburg Süd den Stückguttransporter an eine spanische Reederei, die ihn bis 1986 einsetzte und anschließend weiterverkaufte, bevor der Hamburger Senat die "Cap San Diego" erwarb und sie somit vor der Verschrottung bewahrte.

Der damalige Senat unter Bürgermeister von Dohnanyi hatte das Schiff für 900.000 US-Doller erworben, trotz zahlreicher Widerstände in der Bürgerschaft und in der Bevölkerung. "Am 31. Oktober habe ich dann das Schiff - mit wehendem Mantel auf dem Bug stehend - zurückgebracht", erinnerte sich von Dohnanyi 2006 auf der 20-jährigen Jubiläumsfeier zur Rückkehr der "Cap San Diego" nach Hamburg.

Freiwillige kümmern sich um die Instandhaltung

Heute ist der "Weiße Schwan des Südatlantiks" im Besitz der Stiftung Hamburger Admiralität, viele Freiwillige kümmern sich um den Erhalt des Frachters. 100.000 Euro kostet die Instandsetzung pro Jahr, dazu kommen 300.000 Euro jährlich als Rücklage für den nächsten Werft-Besuch. Dabei ist die Stiftung neben den Eintrittsgeldern und den Einnahmen aus der Vermietung der acht Kabinen auf Spenden aus der Wirtschaft und der Bevölkerung angewiesen.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hamburg damals: Die Jahre 1985 - 1989 | 10.10.2009 | 14:00

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