Ein Grenzsoldat trägt den bei seinem Fluchtversuch an der Berliner Mauer erschossenen Peter Fechter am 17. August 1962 davon. © picture alliance Foto: picture alliance

Peter Fechter und der tödliche Traum von der Freiheit

Stand: 17.08.2017 18:15 Uhr

Peter Fechters Tod an der Berliner Mauer am 17. August 1962 löst weltweit Entsetzen aus. Beim Überwinden der Mauer schießen DDR-Grenzensoldaten auf den 18-Jährigen. Er verblutet vor den Augen der Welt.

von Theresia Kraienhorst

In der Nähe vom Checkpoint Charlie versucht der 18-jährige Ost-Berliner Peter Fechter am 17. August 1962, zusammen mit einem Arbeitskollegen die Mauer zu überwinden. Ohne gesehen zu werden gelingt es den beiden, über den ersten Stacheldrahtzaun zu klettern. Als sie die letzten Meter zur Mauer im Laufschritt zurücklegen, werden sie von den Grenzsoldaten entdeckt und beschossen. Fechters Kollege gelingt es, die Mauer unverletzt zu überwinden. Peter Fechter wird mehrfach in Bauch und Rücken getroffen. Schwer verwundet bleibt er kurz vor Mauer liegen. Stundenlang.

Langer Todeskampf vor aller Augen

17. August 1962: Der 18-jährige Bauarbeiter Peter Fechter wird bei einem Fluchtversuch angeschossen und verblutet. © akg-images Foto: akg-images
Mehrere Stunden liegt Peter Fechter am 17. August 1962 angeschossen an der Belriner Mauer, ohne dass Soldaten einschreiten. Er verblutet.

Auf beiden Seiten der Mauer stehen Menschen, aber niemand kommt ihm zu Hilfe. Die amerikanischen Soldaten können ihm nicht helfen, die DDR-Grenzposten wollen es nicht. Und so verblutet Peter Fechter. Den toten Körper tragen die DDR-Grenzsoldaten dann fort.

Freiheit leben und verteidigen

Das unmenschliche System, in dem so etwas möglich war, ist mit dem Fall der Mauer untergegangen. Geblieben ist die Erfahrung der Freiheit. Aber Freiheit "hat" man nicht, Freiheit muss gelebt und verteidigt werden. Zum Beispiel da, wo Flüchtlinge und Migranten sich nachts nicht mehr auf die Straße trauen, weil sie Angst vor rechten Schlägern haben. Zum Beispiel da, wo Frauen Angst haben müssen vor Übergriffen, anders Denkende und anders Glaubende.

Peter Fechter wurde an der innerdeutschen Grenze erschossen. Weil er in Freiheit leben wollte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 | Moment mal | 17.08.2017 | 18:15 Uhr

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