Sendedatum: 11.02.2012 19:05 Uhr  | Archiv

Von Zahnprothesen und Korinthen: Randnotizen zur Flut

Einige Norddeutsche haben während der Sturmflut 1962 nicht nur Tragisches erlebt. Wir haben kuriose, ganz persönliche Erinnerungen unserer Hörer und User gesammelt.

 

Ingrid Lüder war damals 20 Jahre alt und konnte sich mit ihrer Familie rechtzeitig aus einem Behelfsheim in Hamburg-Tiefstack auf einen Bahndamm retten:
"Mein Vater hatte in der Fluchtnacht seine Zahnprothese auf dem Nachttisch vergessen. Am Nachmittag der darauffolgenden Nacht stellte mein Freund ein Floß zusammen und stieg am Haus in das kalte Wasser, um hineinzugelangen. Er tastete sich, das Wasser in Mundhöhe, durch umgekippte Möbel und umherschwimmende Lebensmittel ins Schlafzimmer. Luft angehalten, untergetaucht, nach den Zähnen gesucht und sie gefunden. Mein Vater strahlte, war sehr gerührt und sagte zum Dankeschön: 'Du kannst jetzt Fritz zu mir sagen'. Heute bin ich mit meinem damaligen Freund Manfred 48 Jahre verheiratet."

 

Sturmflut 1962 in Hamburg: Überflutete Behelfsheime in der Peutestraße auf der Veddel. © NDR Foto: Adolf Scharenberg
AUDIO: "Aufwachen, wir saufen ab!" (47 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal Spezial | 11.02.2012 | 19:05 Uhr

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