Stand: 09.01.2020 11:59 Uhr

Trauerfeier: Eine Stadt weint um ihre Toten

Trauerfeier für die Opfer der Sturmflut 1962 auf dem Hamburger Rathausmarkt. © picture alliance Foto: Lothar Heidtmann
150.000 Menschen gedenken der Flutopfer bei der Trauerfeier auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Am 26. Februar 1962 findet in Hamburg die Trauerfeier für die 315 Sturmfluttoten statt. Rund 150.000 Menschen kommen auf dem Rathausmarkt zusammen, um gemeinsam der Opfer zu gedenken. Die Solidarität ist riesengroß. Die Trauernden stehen nicht nur auf dem Platz selbst, sondern auf der Mönckebergstraße hoch bis zur Petrikirche und an der kleinen Alster, erinnert sich der damalige Polizeisenator Helmut Schmidt 1982 in einem Interview mit dem NDR. "Ich habe seither niemals wieder ein solch tiefes Gefühl der Gemeinschaft gehabt - sowohl in den Tagen, wo unmittelbare Hilfe notwendig war, als auch acht Tage später bei der Trauerfeier", so Schmidt.

Um 17 Uhr läuten alle Kirchenglocken in der Stadt, das öffentliche Leben steht still. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein finden Trauerminuten statt.

"Wir tragen unendlich schwer an dem Leid"

Neben dem damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke befinden sich viele Vertreter der Bundesregierung, des Bundestages und der Länder unter den Gästen. In seiner Rede dankt Hamburgs Erster Bürgermeister Paul Nevermann den Helfern, von denen fünf bei den Rettungsaktionen starben. Er reiht die Sturmflut gemeinsam mit dem großen Brand 1842 und den Bombenangriffen 1943 in die schlimmsten Katastrophen der Stadt ein. Seine Rede schließt er mit den Worten: "Wir tragen unendlich schwer an dem Leid, das uns in den Tagen seit dem 17. Februar aufgebürdet worden ist. Wenn wir es alle miteinander tragen, wird es für die Hinterbliebenen ein wenig leichter sein, mit uns einen neuen Anfang zu wagen".

Dieses Thema im Programm:

Unsere Geschichte | 08.02.2020 | 12:00 Uhr

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