Stand: 01.11.2018 08:58 Uhr

Matrosenaufstand und Novemberrevolution 1918

von Helene Heise, NDR.de

29. September 1918: Die Oberste Heeresleitung informiert Kaiser Wilhelm II., dass der Krieg für Deutschland nicht mehr zu gewinnen ist und schnellstmöglich durch einen Waffenstillstand beendet werden sollte.

3./4. Oktober 1918: Angebot eines Waffenstillstands an die Alliierten.

29. Oktober 1918: In Wilhelmshaven verweigern Heizer und Matrosen des I. und III. Geschwaders der deutschen Marine den Befehl auszulaufen.

31. Oktober 1918: Die meuternden Matrosen in Wilhelmshaven ergeben sich, mehr als 1.000 Mann werden festgenommen, die Meuterer in Wilhelmshaven und Kiel interniert. Damit trägt die Marineleitung den Aufstand nach Kiel: Dort solidarisieren sich Matrosen, Soldaten und Arbeiter mit den Gefangenen.

Matrosen auf dem Rückmarsch von einer großen Demonstration in Wilhelmshaven am 10. November 1918. © picture-alliance / akg-images

AUDIO: Der Matrosenaufstand in Wilhelmshaven (15 Min)

3. November 1918: Kundgebung von Matrosen und Arbeitern in Kiel. Eine Militärstreife eröffnet das Feuer, sieben Männer sterben, 29 werden teils schwer verletzt.

4. November 1918: Die Nachricht von den tödlichen Schüssen verbreitet sich, alle Kieler Marineeinheiten schließen sich den Aufständischen an. Zwei Regierungsbeauftragte, der sozialdemokratische Abgeordnete Gustav Noske und Staatssekretär Conrad Haussmann werden von Berlin nach Kiel geschickt, um mit den Matrosen zu verhandeln.

5. November 1918: Gustav Noske lässt sich zum Vorsitzenden des Soldatenrates wählen. Noch am gleichen Tag bilden auch die Matrosen in Brunsbüttel, Cuxhaven, Lübeck und Hamburg Räte. In den nächsten Tagen entstehen im gesamten Reich Arbeiter- und Soldatenräte.

7. November 1918: Die Revolution erreicht München, Ludwig III., letzter Wittelsbacher, muss sich den Räten beugen und seinen Thron verlassen. Bayern ist die erste deutsche Monarchie, in der an diesem Tag die Republik ausgerufen wird.

Philipp Scheidemann hält eine Ansprache von einem Fenster der Reichskanzlei. Foto nachgestellt und nachträglich koloriert. Am 9. November 1918 rief der Sozialdemokrat Scheidemann vom Balkon des Reichstags die Republik aus. © picture-alliance / akg-images

AUDIO: "Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik!" (2 Min)

9. November 1918: Auch in Berlin gärt es seit Tagen, am 9. November erreichen die Ereignisse in der Reichshauptstadt ihren Höhepunkt. Reichskanzler Max von Baden erklärt ohne dessen Einverständnis die Abdankung Wilhelms II. Kurz darauf verkündet Sozialdemokrat Philip Scheidemann vom Balkon des Reichstags die Republik, im Tiergarten ruft Kommunist Karl Liebknecht die "freie sozialistische Republik Deutschland" aus.

10. November 1918: Deutschlands letzter Kaiser Wilhelm II. flieht ins niederländische Exil.

11. November 1918: Waffenstillstand und Ende des Ersten Weltkriegs.

Januar 1919: Niederschlagung des Spartakus-Aufstands in Berlin und damit das Ende der deutschen Revolution.

11. August 1919: Verabschiedung der neuen Weimarer Verfassung. 

Weitere Informationen
Gustav Noske spricht als Beauftragter der Reichsregierung am 5. November 1918 zu den U-Boot-Mannschaften in Kiel. © picture-alliance / akg-images

November 1918: Die Revolution der Matrosen

Am 9. November 1918 endet die letzte deutsche Monarchie, Sozialdemokrat Philipp Scheidemann ruft die Republik aus. Begonnen hat die Revolution in Wilhelmshaven und Kiel. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 29.10.2013 | 20:15 Uhr

Mehr Geschichte

Umsteigeanlage Wandsbek 1965 © Hamburger Hochbahn

HVV - Der Pionier des öffentlichen Nahverkehrs

Ein Tarif, ein Ticket, ein Fahrplan: Mit diesen Zielen ist vor 55 Jahren der weltweit erste Verkehrsverbund gegründet worden. mehr

Sabine Schwemm zeigt ein Foto der Kinderheilanstalt Waldhaus in Bad Salzdetfurth. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Studie: Verschickungskinder erlitten in Kuren Qual und Leid

Die Diakonie in Niedersachsen arbeitet nach eigenen Angaben als erster Verband die Kinderschicksale in den Heimen auf. mehr

Eine Frau zündet in einer Stube der Stiftung Rauhes Haus in Hamburg die ersten Kerzen eines Adventskranzes mit 24 Kerzen an. © dpa Foto: Daniel Reinhardt

Warum ein Theologe den Adventskranz erfunden hat

Der Hamburger Johann Hinrich Wichern soll 1839 erstmals einen großen Kranz gebastelt haben - zunächst mit 23 Kerzen. mehr

Altes Fotoalbum © photocase.de Foto: margie

Helfen, wo Not ist: Zehn Jahre "Hand in Hand für Norddeutschland"

In diesem Jahr findet die NDR Benefizaktion zum zehnten Mal statt. Ausgewählte Berichte und Reportagen im Rückblick. mehr

Norddeutsche Geschichte