Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin 1961 in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. © Lehtikuva/dpa-Bildfunk Foto: lehtikuva oy

Ab ins All: Der historische Flug von Juri Gagarin

Stand: 12.04.2021 23:00 Uhr

Am 12. April 1961 fliegt der russische Kosmonaut Jury Gagarin als erster Mensch ins All. In 108 Minuten kreist er einmal um die Erde. Wegen falscher Berechnungen landet er im Wolga-Gebiet - und befreit sich mit einem Schleudersitz aus der Kapsel.

Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin 1961 in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. © Lehtikuva/dpa-Bildfunk Foto: lehtikuva oy
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von Stephan Laack, ARD-Korrespondent

Die letzten Anweisungen unmittelbar vor Gagarins Start gab der Konstrukteur des "Wostok"-Raumschiffs, Sergei Koroljow, höchstpersönlich: "Den Schlüssel auf zwölf Uhr. Zündung. Ich wünsche Ihnen einen guten Flug!"

"Auf geht's!", rief Gagarin aus - und startete ins Ungewisse. Denn es war keineswegs sicher, dass alles glatt gehen würde. Deshalb fand der Flug auch unter größter Geheimhaltung statt. Zu groß wäre die Blamage für die Sowjetunion gewesen, beim Wettlauf im All mit den USA.

Hohes Risiko bei der Weltraum-Mission

Der sowjetische Raketen-Konstrukteur Boris Tschertok sagte viele Jahre später: "Wir haben damals einen Menschen in eine neue, bis dahin unbekannte und unzugängliche Dimension geschickt. Deswegen lag eine gewaltige Verantwortung auf uns. Das Risiko war sehr hoch. Wenn ich heute den Flug mit der 'Wostok' unter solchen Bedingungen genehmigen müsste, würde ich das nicht unterschreiben."

VIDEO: Erster bemannter Weltraumflug von Juri Gagarin (25 Min)

Blick aus dem All: "Ich kann Täler, Wälder, und Flüsse sehen"

In 108 Minuten kreiste Gagarin einmal um die Erde. Kurz nach dem Eintritt in die Erdumlaufbahn konnte er Funkkontakt zur Bodenstation herstellen und beschrieb seine Eindrücke: "Ich kann Täler, Wälder, Flüsse und Wolken sehen."

Seiten eines Kalenders © Fotolia_80740401_Igor Negovelov
AUDIO: Der erste Mensch im Weltraum (15 Min)

Waldarbeiterin wird Zeugin der ungeplanten Landung

Die Kapsel, in der der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin zur Erde zurückgekehrt ist. © dpa Foto: Lehtikuva Oy
Unplanmäßig landete Gagarin mit seiner Kapsel bei Saratow im Woga-Gebiet - ungläubig beobachtet von einer Waldarbeiterin und ihrer Enkelin.

Die Rückkehr zum blauen Planeten lief etwas anders als geplant. Aufgrund falscher Berechnungen landete er im Wolga-Gebiet bei Saratow. Der Legende nach waren eine erschrockene Waldarbeiterin und deren Enkelin Zeuginnen des historischen Moments. Gagarin, der sich mit einem Schleudersitz aus der Kapsel befreit hatte, soll ihnen zugerufen haben: "Ich bin Sowjet-Bürger, ich bin einer von euch."

Wettlauf im All: Sowjets haben die Nase erneut vorn

Die geglückte Rückkehr wurde von der Sowjetunion propagandistisch ausgeschlachtet. Nach dem ersten Satelliten hatte man nun zum zweiten Mal mit dem ersten Menschen im All die Nase vorn - vor den USA. Von Zehntausenden begeisterten Landsleuten wurde der Weltraum-Held auf dem Roten Platz empfangen. Der damalige Kreml-Chef Nikita Chruschtschow gratulierte Gagarin mit den Worten, das sowjetische Volk werde sich jahrhundertelang an diese Heldentat erinnern.

Gagarin selbst konnte seinen Ruhm nur wenige Jahre genießen. Am 17. März 1968 kam er bei einem Routine-Flug mit dem Militärflugzeug "MIG" ums Leben.

Mit "Kosmonaut Nr. 1" hat der MDR eine Doku-Reihe produziert, die einen Blick hinter die Kulissen der sowjetischen Weltraum-Mission um Juri Gagarin und die "Wostok 1" wirft. Die fünfteilige Serie ist noch bis zum 11. April 2022 in der ARD-Mediathek zu sehen.

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Aktuell | 12.04.2021 | 05:55 Uhr

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