Heinz Rühmannin in "Quax, der Bruchpilot" (Deutschland 1941, Regie: Kurt Hoffmann) vor einer Fockewulf Stieglitz FW 44 © imago stock&people

"Quax, der Bruchpilot": Kassenerfolg mit Doppeldecker

Stand: 16.12.2016 00:00 Uhr

Der Film "Quax, der Bruchpilot" war in den 40er-Jahren ein Riesenerfolg. In der Hauptrolle: Heinz Rühmann, selbst ein begeisterter Flieger. Am 16. Dezember 1941 feierte der Film Premiere in Hamburg.

Der Büroangestellte Otto Groschenbügel gewinnt eine Ausbildung zum Sportflieger. Zunächst hat er kein Interesse daran, qualifiziert sich dann aber bis zum Fluglehrer und erobert fliegend und ganz nebenbei das Herz seiner Angebeteten. In der Komödie aus der Kriegszeit spielt der damalige UFA-Star Heinz Rühmann eine seiner populärsten Rollen. Dass Szenen des Films in Rechlin in Mecklenburg gedreht worden sein sollen, ist allerdings wohl nur ein Gerücht. Der Schauspieler allerdings hat im Frühjahr 1941 auf dem Flugplatz in Müritznähe seine vierwöchige militärische Grundausbildung erhalten.

Hobby-Pilot Heinz Rühmann fliegt die Szenen selbst

Dass der Schauspieler begeisterter Hobby-Pilot ist, verhilft dem Film zu zusätzlichem Erfolg. Denn als sein Double ausfällt, fliegt Rühmann die Szenen selbst. In einer Szene muss er die Hände vors Gesicht nehmen - und freihändig fliegen.

Der Film spielt fünf Millionen Reichsmark ein und erhielt von der Filmprüfstelle des "Dritten Reichs" das Prädikat "künstlerisch wertvoll".

Rolle und Leidenschaft verbunden

Gewissenhaft vermeidet "Quax, der Bruchpilot", der in der NS-Zeit entstand, Bezüge zur Realität, stellt jedoch Werte wie Disziplin und Kameradschaft heraus. Er habe der Durchhaltestrategie der Nationalsozialisten allzu willig gedient, wird ihm später vorgehalten. Rühmann selbst ist vor allem vom Fliegen begeistert:

"Das Fliegen! - ich habe ein glückliches Gefühl gehabt, wenn die Räder sich vom Boden lösten und die Maschine in die Luft ging, wo sie ja auch hingehörte ... Für mich war es einfach Erfüllung. Ich war glücklich, wenn ich fort war, wenn ich weg war vom Boden." Zitat aus G.Ball/Eberhard Spiess: "Heinz Rühmann und seine Filme" (Goldmann Verlag Münschen 1982)

Heinz Rühmann und Herta Feiler in ""Quax in Afrika" (Deutschland, 1945) © imago/United Archives
Ein Flop dagegen war die Fortsetzung "Quax in Afrika", die erst kurz vor der Kapitulation 1945 fertiggestellt wird.

Trotz Krieg will Rühmann seine private Fliegerlizenz behalten. Deshalb lässt er sich als Kurierflieger eintragen und wird in der damaligen "Deutschen Wochenschau" "im Einsatz" gezeigt. Dem Fliegen ist Rühmann fast sein ganzes Leben treu. Erst mit 82 - zehn Jahre vor seinem Tod - lässt er von dem Hobby.

Nach dem Kriegsende 1945 wird die Aufführung des Films vom Oberkommando der alliierten Besatzungsmächte verboten und erst nach Gründung der Bundesrepublik wieder freigegeben.

Quax, der Bruchpilot

Deutschland, 1941
Länge: 92 Minuten

Regie: Kurt Hoffmann
Drehbuch: Robert A. Stemmle
Produktion: Heinz Rühmann

mit Heinz Rühmann als Otto Groschenbügel; Karin Himboldt als Marianne Bredow und Lothar Firmans als Fluglehrer Hansen und weiteren

Dieses Thema im Programm:

15.12.2016 | 15:45 Uhr

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