Stand: 16.10.2013 17:14 Uhr  - NDR//Aktuell

Die Retter von Zigtausenden Menschen

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden an Seen und Meeren Wachgänger eingesetzt. Hier posiert die Bootsbesatzung des Brandungsrettungsbootes Remscheid 1962 für die Kamera.

Am 19. Oktober 1913 begann das Zeitalter der Retter in Rotgelb : Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wurde gegründet. Seitdem hat es sich die Gesellschaft zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu retten und Rettungsschwimmer auszubilden. In den ersten 100 Jahren ihres Bestehens konnte sie so bereits über 66.000 Menschen vor dem Tod durch Ertrinken retten. Mit ihren über eine Million Mitgliedern und Förderern ist die DLRG zur größten freiwilligen Wasserrettungsorganisation der Welt geworden.

Ein Unglück führt zur Gründung der DLRG

Der 28. Juli 1912 ist ein schöner Sonntag. Die Sonne scheint und Hunderte Badegäste und Ausflügler flanieren auf der über 800 Meter langen Seebrücke von Binz auf Rügen. Als kurz vor 19 Uhr ein Dampfer anlegen will, bricht die Anlegestelle in sich zusammen. Etwa 100 Menschen stürzen ins Wasser. Da die Matrosen der umliegenden Kriegsschiffe sofort zur Hilfe kommen, können die meisten Menschen gerettet werden. Dennoch ertrinken 16 Personen, darunter zwei Kinder, in der Ostsee. Denn vor hundert Jahren können nur etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung schwimmen. Mit diesem Ereignis wächst der Wunsch nach einer Lebensrettungsgesellschaft.

DLRG beginnt die Ausbildung von Rettungsschwimmern

Etwa ein Jahr später wird am 19. Oktober 1913 die DLRG im Leipziger Hotel "de prusse" ins Leben gerufen. Bereits wenige Monate später hat die Organisation über 400 Mitglieder. Durch Vorträge, Lehrkurse und Wettbewerbe will die Gesellschaft Wissen und Fertigkeiten darüber verbreiten, wie man Leben retten und Notfälle vermeiden kann. Außerdem werden Rettungsschwimmer für den Einsatz an Flüssen und Seen ausgebildet und geprüft sowie Wachdienste eingerichtet.  

Schwimmen kommt in Mode

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Seit ihrer Gründung wirbt die DLRG: Die Organisation bildet neue Rettungsschwimmer aus, die dann zum Beispiel als Wachgänger am Strand arbeiten können.

Während in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts noch etwa 5.000 Menschen pro Jahr ihr Leben im Wasser verloren, gelingt es der DLRG in den 100 Jahren nach ihrer Gründung, die Zahl der Todesfälle um 92 Prozent zu senken und das Schwimmen zur Mode zu machen. Seit 1913 ist die DLRG zu 9.000 Rettungseinsätzen ausgerückt. Allein im Jahr 2011 retteten die Wachgänger über 450 Menschen vor dem Tod.

Hilfe mit Hubschraubern und Hundestaffeln

Heute wachen in jedem Jahr über 50.000 ehrenamtliche Helfer der DLRG über Seen, Strände und Schwimmbäder und helfen mit Hubschraubern, Booten und Rettungshunden unter anderem bei Flutkatastrophen. Außerdem werden jährlich Tausende neue angehende Rettungsschwimmer geprüft.

Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 18.10.2013 | 14:00 Uhr

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