Stand: 26.05.2017 10:50 Uhr  | Archiv

"Sgt. Pepper" - Das Beatles-Jahrhundertalbum

von Daniel Kaiser

Für das Magazin "Rolling Stone" steht es immer noch auf Platz 1 der besten Pop- und Rock-Alben der Geschichte: "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" von den Beatles. Vor 50 Jahren, am 26. Mai 1967, ist die LP in Großbritannien mit ihrem legendären Cover erschienen. Nun kommt auch eine Neuauflage dieses achten Studioalbums der Beatles auf den Markt. Die Stadt Liverpool, Heimat der "Fab Four", feiert das 50. Jubiläum mit 13 Kulturprojekten - eines für jeden Song.

Die Musik auf dem Album "Sergeant Pepper's Lonely Hearts Club Band" - das waren keine Songs mehr. Das waren Kunstwerke. Eine musikalische Bibel.

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Schon das Cover der LP war etwas Besonderes: Es zeigte unter anderen Stan Laurel, Karl Marx, Marlon Brando und Bob Dylan.

Für Ringo Starr war die Platte bunt: "Frieden. Liebe. Einfach Musik", fasste der Schlagzeuger der Band das Werk zusammen. Fünf Monate haben die Beatles 1967 an der Platte gearbeitet. Für ihr erstes Album hatten sie nur einen Tag gebraucht. 40.000 Pfund kostete die Produktion - damals eine astronomische Summe. Die Beatles nutzten die neueste Aufnahmetechnik und spielten zusammen mit einem 40-köpfigen Orchester.

Trotzdem hatte John Lennon nicht das Gefühl, an einem Epoche-machenden Werk zu arbeiten. "Ich habe keine vorsätzlichen Entscheidungen gefällt. Es war alles unbewusst. Die Aufnahmen für diese LP habe ich wie einen normalen Job betrachtet. Ich bin früh um 9 Uhr ins Studio gegangen wie andere ins Büro", erzählte er ganz nüchtern von den Aufnahmen für "Sgt. Pepper".

Nie waren die Beatles kreativer

Doch das Album kam daher wie ein Blick in eine neue Welt - psychedelisch und verspielt. George Harrison spielte die Sitar. Und die Band flirtete mit exotischen Klängen, mit Religionen und mit Drogen. Ein Songtitel: "Lucy In The Sky With Diamonds" - kurz LSD. Steckt hinter dem harmlos klingenden Song eine Drogenbotschaft? "Blödsinn", sagte Paul McCartney. Johns kleiner Sohn Julian hatte ein Bild von seiner Schulfreundin gemalt. "Es war ein typisches Kinderbild mit schwebenden Menschen - wie bei Marc Chagall. John hat ihn gefragt: 'Wie heißt das Bild?' Und Julian sagte: 'Lucy im Himmel mit Diamanten' - 'Lucy in the sky with diamonds'. Da hat es bei John 'klick' gemacht", erklärte McCartney die Entstehung des Songs und des Songtitels.

Die Sessions für das Album waren die kreativsten der Beatles. Alle vier spornten sich zu Höchstleistungen an. Beatles-Produzent George Martin war auch nach Jahrzehnten noch immer sprachlos, wenn er Melodien von damals nachspielt. "Nach dem Sergeant-Pepper-Album habe ich den Beatles gesagt: Das kann man weiterentwickeln. Ihr braucht Eure Musik nicht nur als Zwei-Minuten-Musik anzusehen. Ihr könnt den Versuch unternehmen, längere Musikstücke zu schreiben. Ihr braucht nichts zu kopieren", so Martin.

Zum ersten Mal druckten die Beatles ihre Texte auf der Plattenhülle ab. Überhaupt: das Cover. Die Beatles in bunten Fantasieuniformen - um sie herum Dutzende Prominente. Die neuen freien Menschen. Stan Laurel ist zu sehen, ebenso Karl Marx, Karlheinz Stockhausen, Marlon Brando, Bob Dylan, Albert Einstein oder C.G. Jung. Es ist ein friedliches Nebeneinander der Stile, der Ideen und der Menschen. Und es ist der Soundtrack des "Summer of Love" - des Sommers der Liebe.

Das Album hat ganze Generationen geprägt

Die Beatles haben damals Grenzen gesprengt. Für viele Musiker wurden sie zu Heiligen. Auch Marius Müller-Westernhagen ist bis heute ein Beatles-Fan. "Wenn man heute 'Sergeant Pepper' kauft, dann ist das ein hochmodernes, aktuelles Album! Und warum? Weil es unique ist, und weil man auf dem Album die Leute und auch ihre Einstellung zum Leben erkennt."

Das Album ist ein Gesamtkunstwerk und ein virtuelles Konzert. Es ist eines der ersten und wichtigsten Konzeptalben. Die Songs nehmen aufeinander Bezug. Es ist der Höhepunkt, der ganze Generationen geprägt hat. Eine Jahrhundertplatte. Die Musik der Beatles wurde mit "Sgt. Pepper" unsterblich. Aber die Band stieß an ihre Grenzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 03.06.2017 | 23:05 Uhr

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