Stand: 31.08.2015 11:40 Uhr  | Archiv

Stavenhagen: Netto baut auf Ackerland

Ein nostalgisch gefärbtes Foto von eionem Feld mit Bagger (Stavenhagen, Firmensitz von Netto Deutschland) © NETTO ApS & Co. KG Foto: Bernd Maaß
Vor 25 Jahren: damals Ackerfläche bis zum Horizont, heute Industriestandort.

Stavenhagen ist vor allem bekannt als Reuterstadt, als Geburtsort des berühmten niederdeutschen Dichters Fritz Reuter. Und Fritz wiederum war Sohn eines bedeutenden Bürgermeisters: Georg Johann Reuter war ein tatkräftiger Mann, ein Förderer der Landwirtschaft, der Ackerflächen für seine Stadt kaufte. Heute sind die großzügigen Flächen ein wirtschaftlicher Standortvorteil für Stavenhagen. Die Supermarktkette Netto hat sich dort angesiedelt.

Hier, wo Tag für Tag rund 200 Lkw ankommen und den Hof in alle Himmelsrichtungen wieder verlassen, war vor 25 Jahren nichts als Ackerland. Fritz Reuters Vater hatte es im 19. Jahrhundert erworben, erläutert Cornelia Nenz, Direktorin des Fritz-Reuter-Literaturmuseums: Bürgermeister Reuter hätte vielfach Flächen für die Stadt gekauft und getauscht - für spätere Bürgermeister durchaus ein Pfund, mit dem gewuchert werden konnte.

Die Reuters haben ihre Hausaufgaben gemacht

Reuters heutiger Nachfolger ist Bernd Mahnke. Er wusste 1990 von den Flächen, es gab keine ungeklärten Eigentumsverhältnisse und so beantragte er die Rückübertragung. Am 23. November 1991 wurde in Stavenhagen das erste Industriegebiet des Landes eröffnet, im Folgejahr siedelte sich Netto an. Ein Unternehmen mit dänischen Wurzeln, dänischen Eigentümern, dänischem Stil und mit 320 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Die Betriebssprache hier in der plattdeutschen Hauptstadt von MV? Man spreche Deutsch, manchmal mische sich auch ein wenig Platt dazwischen, erzählt Geschäftsführerin Margit Kühn.

Stadt legt Wert auf Kultur

Netto Zentrale Stavenhagen © ndr.de Foto: Bernd Lasdin
Etwa 320 Mitarbeiter arbeiten heute bei Netto in Stavenhagen - ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Man arbeitet international in Stavenhagen, aber es wird auch Wert auf Regionalität gesetzt. Der Reuterstadt selbst liegt ebenfalls viel an der Region und der Kultur: Sie verwendet gern einen Teil ihrer Steuereinnahmen für die Kultur. Seit Jahren lobt das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen deshalb den mit 2.000 Euro dotierten Fritz-Reuter-Literaturpreis für plattdeutsche Arbeiten, Arbeiten über niederdeutsche Autoren und die niederdeutsche Sprache aus.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 01.09.2015 | 19:05 Uhr

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